Die Orsons - Das Chaos Und Die Ordnung - Cover
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Die Orsons Das Chaos Und Die Ordnung


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Gleiches Label wie Cro, nur ein bisschen besser: Die Orsons bringen mit Liebe und rappenden Schweinen ein bisschen Chaos und Ordnung in die HipHop-Szene.

Die Orsons sind die Stuttgarter Jungs Kaas, Maeckes, Plan B und Tua. Sie kommen aus dem gleichen Label-Stall wie Cro (Chimperator) und rollen die Rap-Szene mit Liebe, rappenden Schweinen und Tretboot‐Drivebys auf. 2008 veröffentlichten Die Orsons ihr Debütalbum „Das Album“ und landeten mit dessen Nachfolger „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit, Orsons“ 2009 direkt in den deutschen Album-Charts. Nach den ersten Erfolgen unterschrieben Die Orsons 2011 zusammen mit ihrem Label und Management Chimperator bei Universal und veröffentlichen nun mit „Das Chaos und die Ordnung“ ihr drittes Album.

Raider heißt jetzt Twix. HipHop ist jetzt Pop oder Raop. So oder so ähnlich lässt sich ein Trend benennen, der sich derzeit in der Musikszene abzeichnet. Beim Bundesvision Songcontest 2012 traten Die Orsons gemeinsam mit Cro und ihrem Song „Horst und Monika“ für das Saarland an. Ihr Auftritt erbrachte den vier Jungs eine solide Platzierung im Mittelfeld und vor allem die Frage: Machen Die Orsons jetzt Schlager? Die Single „Horst und Monika“ ist witzig, unterhaltsam und vor allem aufgrund ihres Echtheits-Faktors irgendwie sympathisch. Wer aber will sich ein komplettes Album in diesem Stil anhören? Keine Panik! „Das Chaos und die Ordnung“ ist keineswegs ein Raop-Schlager-Popalbum. Anfängliche Skepsis kann verworfen werden. Trotz aller Fluffigkeit nehmen Die Orsons kein Blatt vor den Mund, verwenden in ihren Raps auch mal das Wort „ficken“ und singen nicht nur von Friede, Freude und Eierkuchen.

Das Album ist überraschend und raplastig. Die Texte klingen nicht rosarot, sondern erwachsen und durchdacht. Die vier Jungs haben ihre eigenen Stile so eingebracht, dass sie klar erkennbar sind, jedoch auch ein stimmiges Gesamtbild erzeugen. Deichkind-Kool-Savas-Mischungen wie „Zambo Kristall Merkaba“ hätte die Band sich vielleicht sparen können, aber möglicherweise sind Textpassagen wie „Ich finde alles was ich mache dumm und feier mich dafür, trau mich nicht raus, weil wie krieg ich meine Eier durch die Tür?“ genau die Provokationen, auf die sie es abgesehen haben. „Für Immer Berlin“ ist keineswegs eine Hymne an die Hauptstadt, sondern lediglich ein tragisches Trennungslied, bei dem man beinahe hören kann, wie sich vier gestandene Männer in einer Reihe aufbauen und frustbetrunken in die Nacht singen. „Lagerhalle“ erinnert an „Gaby und Klaus“ von den Prinzen und „Nachmittag Im Park“ klingt nach Grillzange und Sonnenbrille. Das Ding ist ein gutes Ding. Ein Ding im „Jetzt“: „Sollten unsre Kinder, irgendwann mal meckern ‚Früher war alles viel besser‘, dann meinen sie damit jetzt“. Ein bisschen „In Your Face“, ein bisschen Liebe, rosa Wolken, viele nachdenkliche Textpassagen und vor allem ganz viel Spaß. Gelungene Mischung: Das Chaos und die Ordnung.

Anspieltipps:

  • Jetzt
  • Mars
  • Horst und Monika
  • Für Immer Berlin

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