Robbie Williams - Take The Crown - Cover
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Robbie Williams Take The Crown


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Neuer Produzent, neue Songwriter. Robbie Williams hat den Auftrag des Publikums verstanden, zurück zu alter Stärke zu finden.

Mit dem ersten Album für seinen neuen Brötchengeber Island Records meldet sich Robbie Williams (38) drei Jahre nach seinem letzten Soloalbum („Reality Killed The Video Star“, 11/2009) und zwei Jahre nach einem erneuten Gastspiel in der Ex-Boyband Take That („Progress“, 11/2010) im Rampenlicht zurück.

Auch wenn die letzten drei Studioalben des Engländers in keiner Weise an das bisherige Meisterwerk „Escapology“ (11/2002) anknüpfen konnten, dürfte sich der Wechsel von der ehrwürdigen EMI zum Universal-Konzern, der sich inzwischen auch EMI einverleibt hat, für Robbie Williams finanziell wiederum gelohnt haben, nachdem der 38-Jährige bereits bei der EMI einen der bestdotierten Plattenverträge aller Zeiten innehatte. Trotzdem konnte es allein aus künstlerischer Sicht nicht mehr mit Flop-Alben wie „Rudebox“ (10/2006) weitergehen und es war endlich an der Zeit, entscheidende Änderungen herbeizuführen, nachdem sich Robbie Williams mit seinem ehemaligen Haus- und Hofsongwriter Guy Chambers überworfen hatte und die darauffolgenden Alben nie mehr als halbgare Versuche darstellten, auf den alten Pop-Thron zurückzukehren.

Für „Take The Crown“ hat Robbie Williams um sich herum ein neues Songwriting-Team aufgebaut. Die beiden 24jährigen australischen Newcomer Tim Metcalfe und Flynn Francis schrieben den Löwenanteil des neuen Albums, ergänzt um zwei Songs, an denen Gary Barlow mitgearbeitet hat („Candy“, „Different“). Doch auch auf dem Produzentensessel hat es einen spektakulären Wechsel gegeben! Mit Jacknife Lee (The Cars, Kasabian, Bloc Party, R.E.M., Snow Patrol, U2, Editors) ist nun jemand an der Entstehung eines Robbie-Williams-Albums beteiligt, der den Sound eines Künstlers sehr klar definieren und in neue Bahnen lenken kann.

Da Robbie Williams musikalisch durchaus vielschichtig unterwegs ist, entwickelte das Team Metcalfe/Francis/Lee einen bunten Klangcocktail, in dem plötzlich Namen wie der „Queens Of The Stone Age”-Gitarrist Troy Van Leeuwen („All that I want”, „Hey wow yeah yeah”, „Different”) oder Kollegin Lissie als zweite Stimme auftauchen („Gospel”, „Eight letters”, „Losers”) und die E-Gitarren (ja, die gibt es wieder!) nach U2 klingen („Hunting for you“, „Revers”, „Into the silence“). Aber keine Panik! Die Popmusik hat Robbie Williams trotzdem nicht verlernt.

Schon der Opener „Be a boy“ ist eine schillernder Hymne, wie der Hörer sie von Herrn Williams erwartet, während „Gospel“ direkt auf die Tanzfläche zusteuert, sich es aber noch einmal anders überlegt und auch eine Pop-Hymne sein will. Mit „Candy“ ist im wahrsten Sinne des Wortes ein zuckersüßes und gnadenlos eingängiges Stück Radio-Pop gelungen, das in dieser Form verdächtig aus den elf bzw. 13 Tracks der Deluxe Edition auf „Take The Crown“ heraussticht und in „Hey wow yeah yeah“ darf einmal so richtig schön auf die Trash-Gitarren-Dance-Pop-Kacke gehauen werden. Darüber hinaus ist „Take The Crown“ gewürzt mit frechem Elektro-Pop („Shit on the radio“), glitzernden Disco-Groovern („All that I want”) und – na klar! – Balladen im Breitwandsound („Hunting for you”, „Into the silence”). Witzige Anekdote dabei: Das Schlusslied des letzten Take-That-Albums, „Eight letters“, bildet auch auf der Deluxe Edition von „Take The Crown“ den Schlusstrack.

Mit „Take The Crown“ knüpft Robbie Williams zwar nicht an seine ganz großen Zeiten an, dennoch ist das Album ein klares Signal, dass mit dem 38-Jährigen wieder zu rechnen ist. Mit zwei talentierten Songwritern im Rücken und einem Produzenten, der Williams stilsicher durch den Pop-Dschungel steuert, gelang so ein Longplayer, der genügend Potenzial für weitere Singleauskopplungen bietet und in seiner Gesamtheit eine deutliche Weiterentwicklung zurück zur alten Stärke darstellt.

Anspieltipps:

  • Candy
  • Losers
  • Be a boy
  • Into the silence
  • Hunting for you

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