Joe Cocker - Fire It Up - Cover
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Joe Cocker Fire It Up


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

23 Studioalben und kein bisschen müde. Joe Cocker macht einfach weiter, immer weiter.

Zwei Jahre nach dem „Hard Knocks”-Album (10/2010), mit dem Joe Cocker (68) bei Sony Music andockte und die enttäuschenden Verkaufszahlen der drei vorangegangenen Studioalben überraschend wettmachen konnte (in Deutschland gab es eine Platin-Auszeichnung für mehr als 200.000 verkaufte Einheiten), legt der Woodstock-Veteran sein mittlerweile 23. Werk vor, auf dem der Brite mit Produzent Matt Serletic (u.a. Matchbox Twenty, Collective Soul, Santana, Stacie Orrico, Rob Thomas) und Songlieferanten wie Keith Urban, Joss Stone, Marc Broussard und Graham Lyle zusammenarbeitete.

Wer Joe Cocker aus der Zeit als Rock- und Bluessänger in den späten 60er und frühen 70er Jahren kennt, wird sich eventuell wünschen, dass er seinen musikalischen Stil nicht zunehmend glatter geschliffen hätte, womit er in den späten 80er und frühen 90er Jahren zwar kommerzielle Erfolge feiern konnte, aber auch in eine Schublade als reiner Interpret von Mainstreammusik für eine „Wetten, dass...?“ und Rosamunde-Pilcher-Filme schauende Zielgruppe rutschte. Zwischenzeitlich war es lediglich Cockers großem Sympathiebonus zu verdanken, dass künstlerische Totalausfälle ohne Aufsehen toleriert wurden.

Da Joe Cocker seine Songs nicht selber schreibt, ist er auf das Material von externen Songschreibern und das Gespür seiner Produzenten angewiesen. Das kann schon mal böse in die Hose gehen. Denn Cocker ist kein Typ für Experimente! Neben klassischen Popsongs gehört nämlich nach wie vor eine Prise Blues und Rock zu seinem Repertoire, die behutsam in den Gesamtsound eines Albums eingewoben werden will. Dies gelang auf „Hard Knocks“ bereits sehr annehmbar. Auf „Fire It Up“ steigert sich Cocker sogar in Richtung eines durchweg guten Albums, das gar keine Anstalten macht, nicht als, nun ja, glatte Mainstreamproduktion dazustehen.

Aber das ist vollkommen okay. Ein Joe Cocker muss eben nicht wie Johnny Cash, Tom Petty, Neil Diamond oder Jay-Z durch Rick Rubin zu seinen Ursprüngen zurückgeführt werden. Er spezialisiert sich lieber darauf, auf einem weitgehend hohen Niveau das Mainstreampublikum zu bedienen. So gibt es wie auf „Hard Knocks“ auch auf „Fire It Up“ nur wenige Mini-Ausfälle zu vermelden („Weight of the world“, „You don’t know what you’re doing to me“, „You don’t need a million dollars“) und stattdessen ein paar nette Überraschungen wie der unerwartet rockige Opener „Fire it up“, von Blue Eyed Soul („I’ll be doctor“) und Blues („The letting go”) angehauchte Titel sowie unpeinliche Breitwandballaden („You love me back“). Also genau das, was das Publikum in den vergangenen Jahren immer von Joe Cocker erwarten konnte, nur eben mit mehr Herz und Seele, als es zwischenzeitlich der Fall war.

Anspieltipps:

  • Younger
  • Fire it up
  • Eye on the prize
  • You love me back

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