Alicia Keys - Girl On Fire - Cover
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Alicia Keys Girl On Fire


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach der Babypause erleben wir eine Alicia Keys, die sich zum Teil neu erfunden hat.

Mit einem mittlerweile gewohnt späten Veröffentlichungstermin (die letzten drei Longplayer erschienen immer im November bzw. Dezember eines Jahres) beglückt Alicia Keys ihre zahlreichen Fans nach dreijähriger Plattenpause, in die die Heirat mit Rapper Swizz Beatz und die Geburt ihres Sohnes Egypt Dean fielen, mit ihrem neuen Werk „Girl On Fire“. Dabei fällt in Zeiten aufwendiger Luxus- und Spezial-Editionen als erstes auf, dass „Girl On Fire“ in einer spartanischen, um nicht zu sagen billig wirkenden Verpackung daherkommt. Doch die völlig auf auf Effekthascherei verzichtende Papphülle passt sehr gut zu der neuen Musik, die der Hörer auf dem mittlerweile fünften Studioalbum der Sängerin und Songschreiberin vorfindet.

Absolut tiefenentspannt und losgelöst von Hektik und Zwängen beschreitet Alicia Keys auf „Girl On Fire“ neue musikalische Wege. Sie hat ihr neues Album im Alleingang produziert, aber mit diversen Kollegen gemeinsam geschrieben. So ist etwa Shootingstar Emeli Sandé an gleich drei Stücken beteiligt gewesen („Brand new me“, „Not even the king“ und „101“), während sich Maxwell („Fire we make“) und Nicki Minaj („Girl on fire“) als Duettpartner die Ehre geben. Zudem trugen sich Frank Ocean („One thing“), Bruno Mars („Tears always win“) sowie Kenny „Babyface” Edmonds („That’s when I knew”) mit in die Songwriterliste ein.

Diese Kollaborationen deuten bereits an, dass die Songs auf „Girl On Fire“ anders funktionieren als in der Vergangenheit. Der Rhythm & Blues wird auf eine andere Art ausgelebt, indem Alicia Keys mehr Wert auf verschachtelte Rhythmik („When it’s all over“) und Atmosphäre („Listen to your heart“) anstatt auf Pomp und Melodien legt. Das hat allerdings auch zur Folge, dass die großartigen Leadsingles der vergangenen Alben wie „Doesn’t mean anything“ von „The Element Of Freedom“ (12/2009) oder „No one“ von „As I Am“ (11/2007) heuer fehlen. Auch der hymnische Titeltrack schafft dieses Kunststück nicht wie gewohnt. Dafür kam, was kommen musste: Alicia Keys ist eine junge, stolze Mutter, und dennoch: wir brauchen das niedliche Gebrabbel ihres Sohns zwischen den Songs trotzdem nicht!

Ein Songtitel wie „Brand new me“ ist Signal genug und der Hörer ahnt auch so, dass das Mutterglück weitreichende Auswirkungen auf ihr Leben und ihre Musik hat. Doch nicht nur das! Die aktuellen Strömungen im R&B-Sektor um The Weeknd und Frank Ocean sind nun auch im Hause Alicia Keys angekommen, auch wenn es erst einmal ungewöhnlich klingt, wenn die 31-Jährige zusammen mit Maxwell in schwülstigen Falsetttönen das „Fire we make“ beschwört oder ein vermutlich einmal als Pianoballade geplanter Song wie „Tears always win“ mit polternden, knochentrockenen Drums ausstaffiert wird. So gestaltet sich dieses Alicia-Keys-Album als durchaus spannende Angelegenheit mit überraschenden musikalischen Facetten, die zwar nicht immer zu 100% überzeugen können, jedoch leichter zu akzeptieren sind, als zum x-ten Mal aufgekochte Wiederholungen alter Erfolgsrezepte.

Anspieltipps:

  • New day
  • One thing
  • Tears always win
  • When it’s all over
  • Listen to your heart

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