Black Country Communion - Afterglow - Cover
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Black Country Communion Afterglow


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Jahre, drei Alben und keine Qualitätseinbußen. Respekt!

Black Country Communion möchten nicht so schnell aus der heimischen Stereoanlage vertrieben werden. Kaum, dass die vorherige Scheibe nicht mehr so oft im CD-Player rotiert, kommt schon die nächste. Dabei haben die vier Herren schon fast doppelt so lange gebraucht wie beim Vorgänger, nämlich 16 statt 9 Monate. Die Länge einer Nashorn-Schwangerschaft im Vergleich zur Schwangerschaft bei Menschen. Okay, blöder Vergleich, etwas weit hergeholt. Jedenfalls ist ein derartiges Tempo mit diesen Musikern, die alle ihre eignen Karrieren verfolgen, nicht aufrecht zu erhalten. Joe Bonamassa zum Beispiel dürfte gar nicht mehr wissen, wie die eigenen vier Wände aussehen, da er jedes Jahr auch ein Soloalbum veröffentlicht. Fraglich also, ob die Band in dieser Besetzung (Hughes, Bonamassa, Sherinian, Bonham) noch lange existieren wird.

Erst einmal dürfen wir uns aber über das dritte Album freuen, das sogar einen eigenständigen Titel erhalten hat. „Afterglow“ macht genau dort weiter, wo die Band mit „2“ aufgehört hat. Rock N‘ Roll-Klänge der 70er-Generation, also Led Zeppelin, Deep Purple und so weiter. Aber mal ehrlich, welche Band dieser Musikrichtung klingt nicht nach diesen Vorbildern, die immer als Vergleich hergezogen werden. Das neue Werk ist nicht so stark differenziert wie der Vorgänger, sprich geradliniger und mit weniger offensichtlichen Blues-Einlagen. Die Melodien in den Refrains gehen vielleicht nicht ganz so sehr ins Ohr, dafür fegt Bonamassa mit einigen superben Riffs und Soli so einiges vom Tisch. Etwas mehr Zeit für die Kennenlernphase muss dem Album schon zugestanden werden.

Einige Mid-Tempo Nummern leiten das Album ein, bevor mit „Confessor“ mehr Fahrt aufkommt. Schneller, böser, Hughes singt rauer, das wird ein richtiger Live-Kracher. Dann wird wieder etwas Tempo heraus genommen und das gesangliche Duett von Bonamassa und Hughes macht „Cry Freedom“ zum einzigen wirklich bluesigen Song. Glenn Hughes´ persönlicher Favorit wurde zum Titelträger des Albums. Zu Recht wie sich herausstellt, denn „Afterglow“ ist eins dieser besonderen Stücke, die zwischen laut und leise pendeln, bei dem die Vielseitigkeit von Hughes´ Stimme voll zur Geltung kommt und einige Streicher-Einsätze etwas Bombast einhauchen. Auch „The Circle“ enthält eine angenehme Variabilität der Dynamik. „Common Man“ hingegen wirkt zunächst nicht wirklich spannend, bis jeder eine Schippe zulegt, Bonham sein Schlagzeug mächtig verprügelt und Bonamassa an der Gitarre regelrecht durchdreht und den Song völlig an sich reißt.

Auf der einen Seite also mehr Rock und weniger Blues, auf der anderen Seite aber auch weniger Power und Drive. Die Musik ist reifer geworden, könnte behauptet werden, was nur eine Umschreibung des Umstandes ist, dass sie etwas mehr auf das Zusammenspiel der Musiker und etwas weniger auf Hard-Rock ausgerichtet ist. Die Ausnahmen bestätigen die Regel, wie man so schön sagt, denn zum Schluss wird es mit „Crawl“ nochmal richtig düster und aggressiv. Ein Ausklang, der die Atmosphäre des Albums ziemlich verdreht und diese bedrohliche Stimmung beim Hörer hinterlässt. Drei Jahre, drei Alben und keine Qualitätseinbußen. Respekt!

Anspieltipps:

  • Afterglow
  • Crawl
  • The Circle
  • Confessor
  • Common Man

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