Iron Maiden - Das Hörbuch - Cover
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Iron Maiden Das Hörbuch


  • Label: Rockhoerbuch/Rough Trade
  • Laufzeit: 128 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwei CDs voll mit exklusiven Interviews sowie das konsequente Ausmerzen von einstigen Fehlern machen „Iron Maiden – Das Hörbuch“ zum bislang besten Teil der Rockhörbuch-Serie.

Wenn es eine Band verdient hat, als größte, wichtigste und mit Abstand stilprägendste ihrer Zunft tituliert zu werden, dann ist es ohne Zweifel Iron Maiden. Selbst die ganz Großen wie Metallica verneigen ihr Haupt vor Steve Harris, Bruce Dickinson, Dave Murray, Adrian Smith, Janick Gers und Nicko McBrain. Ehemalige Mitglieder wie Paul Di’Anno oder Blaze Bayley entwickelten sich aus der britischen Band zu eigenständigen und wichtigen Vertreter der Szene und blicken auf eine bis heute anhaltende recht erfolgreiche Solokarriere. Und live? Millionen Maiden Fans können sich nicht irren! Kurzum: Legende reiht sich an Legende und das macht die Irons zu einer Institution im Metal.

Grund genug, dass die Rockhörbuch-Serie sich diesen Titanen widmet. Nach Judas Priest, Lemmy und Rainbow sind also Maiden an der Reihe. Um es gleich am Anfang kurz zu machen: Das ein oder andere Hörbuch litt an Mängeln, die die eigentlich gute Idee teilweise massiv trübten. Allen voran stand die Unfähigkeit der richtigen englischen Sprache, die teilweise für unfreiwillige Komik und Haare im 90°-Winkel sorgte. Auch den Sprechern merkte man an, dass sie weder Schauspieler noch Synchronsprecher sind. „Iron Maiden – Das Hörbuch“ macht da glücklicherweise vieles ganz anders und sehr viel auch richtig. Den größten Unterschied zu den vorangegangenen Releases der Rockhörbücher ist, dass man mit dem inoffiziellen Maiden-Fanbuch „Burning Ambition“ eine Vorlage gewählt hat, die auf einen kompletten Abriss der Bandhistorie verzichtet und hauptsächlich Interviews mit aktuellen und ehemaligen Mitgliedern der Band bietet. Autor Matthias Mader möchte keinen objektiven Abriss bieten, sondern konzentriert sich in erster Linie auf die Interviews selbst. Bei denen fällt auf, dass sie hie und da auch Zwischenmenschliches thematisieren und einige der Bandmitglieder in einem ungewöhnlichen und persönlichen Kontext zeigen. Mader stellt seine Fragen ohne Scheu so, dass sie tatsächlich fast ausschließlich für Fans interessant sein dürften. Das ist im Dschungel von offiziellen und inoffiziellen Bandbiographien und Fanbüchern nicht immer der Fall und somit besonders interessant.

Gelesen wird das Hörbuch von Hendrik Wippermann, der seinen Job tatsächlich ziemlich gut macht. Zwar ist auch er kein Schauspieler (die Atemtechnik hat vereinzelt das ein oder andere Defizit), redet aber laut, deutlich, ohne Dialekt und vermag es auch bei den Interviews seine Stimmlage so zu variieren, dass der Wechsel zwischen Fragenden und Antwortenden gut zu erkennen ist. Wenn dann ein englischer Begriff fällt, stemmt er diesen ebenfalls. Will heißen: Ein peinliches Fauxpas spart man sich gottlob. Zwei Wehrmutstropfen gibt es dann aber doch. Einmal ist der Umfang im Vergleich zu den anderen Rockhörbüchern mit zwei Tonträgern viel kürzer. „Iron Maiden – Das Hörbuch“ ist in der Tat so gut, dass man gerne noch mehr gehört hätte. Zweitens gehen die Interviews nur bis zum Januar des Jahres 2002, decken also gerade „Brave New World“ als letztes Studioalbum ab. Da die schriftliche Vorlage selbst 2002 herauskam, ist das zwar logisch, aber in Anbetracht auf die Releases nach dem Reunion Album etwas unglücklich. Dennoch ist der vierte Output der Rockhörbuch-Serie durch die Bank hinweg empfehlenswert und ohne Frage der bislang stärkste. Für Jünger der eisernen Jungfrau führt kein Weg an dem Teil vorbei. Selbst dann nicht, wenn sie „Burning Ambition bereits ihr Eigen nennen.

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