Dope D.O.D. - Branded - Cover
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Dope D.O.D. Branded


  • Label: Third Side/Rough Trade
  • Laufzeit: 73 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn die Musik den HipHop daran hindert, mitzureißen...

Dope D.O.D. scheinen mit ihrem Namen und der niederländischen Herkunft billige Klischees zu bedienen. Die HipHop-Crew hat allerdings schon mit ihrer „Evil“-EP bewiesen, dass zumindest der textliche Ideenreichtum der Band in angenehmer Weise von Popkultur geprägt ist. Anstatt mit Machismo-Texten, wird mit cleveren Verweisen um sich geworfen. Ob dazu auch die richtigen Beats für ein volles, unterhaltsames Album geliefert werden, sollte die größere Sorge der Hörer sein.

Auf einer EP reicht es aus, wenn ein paar gute Ideen auf kurze Spieldauer reduziert werden. Ein Langspieler hingegen kann nicht dauerhaft denselben Song neu aufbügeln, wenn man Eindruck schinden möchte. Genau hier hapert es an der Langumsetzung der Musik des niederländischen Dreiers. Die Texte machen auch diesmal weder vor Politik, noch Religion halt und schmeißen an jeder erdenklichen Ecke Zitate aus Film, Musik und Literatur ein. Das ist intelligent und wirkt souverän, kann aber nicht über die musikalische Armut hinweg täuschen.

Neben einigen, vorsichtigen DubStep-Experimenten wird ein sehr geradliniger und eben sehr gleich klingender Stil befolgt, der schnell für Monotonie sorgt. Man verpasst musikalisch das gesamte Zentrum des Albums, wenn erst „Pandora's Box“ und „Witness The Crispness“ es schaffen, sich vom ewigen Einheitsbrei abzuheben. Damit verkauft sich das Album instrumental weit unter Wert, da die Texte durchgängig ganz stark sind. Wer jedoch einen vorsichtigen Blick zur Konkurrenz wirft, dem wird schnell klar, dass auch die Melodie den Ton macht. Dope D.O.D. verpassen es, ihren Texten den richtigen Klang zu geben, um nicht als bloße Sozial-Nöler in die Köpfe der hörenden Massen zu geraten.

Anspieltipps:

  • Pandora's Box
  • Witness The Crispness
  • What Happened

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