Don Felder - Road To Forever - Cover
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Don Felder Road To Forever


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 53 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Ex-Eagles-Gitarrist und Sänger wagt den Spagat zwischen Anspruch und Mainstream. Eine eher zwiespältige Angelegenheit.

Sind die Eagles eigentlich heutzutage noch ein Begriff? Sie zählten Anfang der 70er zu den angesehensten Country-Rock-Bands. Ihr Sommerhit von 1971 „Take It Easy“ schallt auch in der Gegenwart immer wieder mal aus dem Radio. Gitarrist und Sänger Don Felder stieß 1974 zur Band und ist auf ihrem 76er Hit „Hotel California“ zu hören. Er hat für diesen relaxten Sommerhit die Musik geschrieben und war für das berühmte Gitarrensoli verantwortlich. Beim zuletzt veröffentlichten Eagles-Studioalbum „Long Road Out Of Eden“ (2007) war Felder nicht mehr dabei, er hatte das Kapitel Eagles 2001 endgültig beendet. Don Felders letzte Platte „Airborne“ erschien 1983, es war also an der Zeit, mal wieder solo hervorzutreten.

Für „Road To Forever“ hat sich Felder hochkarätige Musiker ins Studio geholt. Darunter so klangvolle Namen wie David Crosby, Graham Nash, Stephen Stills, Steve Lukather und Randy Jackson. Produziert hat Felder selbst, gemeinsam mit Robin DiMaggio. Das Album bietet klassischen, hemdsärmeligen L.A. Rock, der den Spagat zwischen Mainstream und Anspruch wagt. Don Felder lässt in seinen Songs die Vergangenheit Revue passieren, er hatte nach seinem Ende bei den Eagles mit seiner Scheidung und dem damit einhergehenden Verlust seiner Rolle als Vater zu kämpfen. Felder verarbeitete diese schmerzhaften Erfahrungen, indem er ein Buch schrieb und schließlich auch die Songs für das vorliegende Album.

Zum Auftakt schildert er seinen „Fall From The Grace Of Love“ mit twangenden Stromgitarren, sanft gesetzten Vokalharmonien und einer Melodie, die sofort zum Mitsingen oder Mitsummen einlädt. Da lacht die melancholische Sonne Kaliforniens. Desgleichen fährt „Money“ dem stimmungsvollen Sonnenuntergang L.A.‘s entgegen. Typischen Radio-LA-Rock verkörpern Songs wie „Girls In Black“ mit jaulenden E-Gitarren, „Wash Away“ mit satten Orgelläufen und die hart noch vorne rockenden „You Don’t Have Me“ und „Give Me Life“.

Die ruhigeren Töne werden auf „I Believe In You“, „Heal Me“, „Over You“ und „Life’s Lullaby“ angeschlagen. Hier zeigt Felder seine zärtliche Seite, die natürlich die Gefahr des seichten Mainstreams nicht immer abwehren kann. Dem Titelsong gelingt es, die sanfte und rockende Seite Felders zu vereinen. Im Gesamten gesehen, ist Don Felders zweites Soloalbum eine eher zwiespältige Angelegenheit. Es gelingt ihm nur zur Hälfte, anspruchsvolles Songwriting mit dem Mainstream zu versöhnen. Dabei sind immer wieder gelungene Vokalharmonien zu hören, die manches Mal jedoch von dumpfen Rockismen eingeholt werden.

Anspieltipps:

  • Fall From The Grace Of Love
  • Money
  • Girls In Black
  • Life’s Lullaby

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