Lucas Santtana - The God Who Devastates Also Cures - Cover
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Lucas Santtana The God Who Devastates Also Cures


  • Label: Mais Um Discos/INDIGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der brasilianische Freigeist verarbeitet die Trennung von seiner Frau mit grandiosen Ideen und sprengt die Grenzen diverser Genres.

In Brasilien geboren und durch seine Mutter früh zur Musik gekommen, ist Lucas Santtana schon seit Anfang des neuen Jahrtausends mit Alben in der Weltmusik und anliegenden Genres aktiv. Dabei gelang es ihm unter anderem, europäischen Electro-Pop mit brasilianischer Straßenmusik zu verbinden und wahlweise dem Funk wie der klassischen Verbindung aus Gitarre und Gesang zu huldigen. Auf dem neuen Werk „The God Who Devastates Also Cures“, das im Titel schon den Schmerz und die wiedergewonnene Kraft trägt, widmet sich Lucas der Traurigkeit nach der Scheidung von seiner Frau. Dennoch zeigen hier Samples und andere elektronische Spielereien einen Weg aus der Trauer, hinein in die gelöste Freigeistigkeit musikalischer Weite.

Es fängt noch so zurückgezogen an, so ätherisch schwebend und bis zu all den Kummer freischaufelnden Gitarren im abschließenden Stück „Para Onde Ira Essa Noite?“ wird noch manches passieren. Von traurigen Bläsern, klagendem Gesang und hüftkreisenden Latin-Beats geht es über südamerikanischen Electro-Funk zu schwermütig gefärbten Streichern mit Jazz-Grundierung. Der Schmelztiegel brodelt bestens, die so vermeintlich gegensätzlichen Spuren aus brasilianischem Freudentanz und vorherrschendem Dunkel-Pop samt Weltmusik-Elementen greifen ineinander wie das Natürlichste auf der Welt und auch für Polit-Folk („Now No One Has Anything“) ist gesorgt.

Etwas übertrieben wird allerdings im Versuchslabor gewühlt, wenn diesem grundlegend sehr gehaltvollen Stilmix Sounds aus der Grabbelkiste der Videospiel-Historie aufgedrückt werden, was doch gezwungen wirkt und im Angesicht der variantenreichen Klangkreaturen schade ist. Jedoch sind dies nur kleine Kritikpunkte eines weit gedachten Werks für offene Musikhörer, die nicht zwangsläufig auf Weltmusik gepolt sind, gerne aber die beste Auswahl dieser auf einem Album gebündelt hören und fühlen.

Anspieltipps:

  • O Deus Que Devasta Mas Também Cura
  • Jogos Madrugais
  • Now No One Has Anything
  • Para Onde Ira Essa Noite?

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