Peter Maffay - Tabaluga Und Die Zeichen Der Zeit: Live - Cover
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Peter Maffay Tabaluga Und Die Zeichen Der Zeit: Live


  • Label: Ariola/Sony Music
  • Laufzeit: 149 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die dritte und letzte große Tabaluga-Tournee neigt sich dem Ende. Zeit für eine Live-CD/DVD.

Der kleine grüne Drache ist zurück! Noch während der laufenden Tour veröffentlicht Peter Maffay eine Live-CD/DVD zum aktuellen Programm „Tabaluga und die Zeichen der Zeit“. Es ist bereits die dritte Bühnenshow über den nicht nur bei Kindern beliebten Drachen und es ist auch diesmal wieder ein außergewöhnliches und vor allem abwechslungsreiches Rockmärchen geworden. Das musikalische Repertoire reicht von Ska- und Reggae-Songs über Punk-, HipHop- und Country-Einflüsse bis hin zu beinharten Riffs, die genauso gut von Rammstein stammen könnten. Nicht nur Tabaluga geht also mit der Zeit, sondern auch Peter Maffay und seine Band, die sich praktisch einmal quer durch die Musikgeschichte spielen und somit das Thema Langeweile schon von vornherein kategorisch ausgeschlossen haben.

Eröffnet wird der Abend ganz klassisch mit einem Präludium und einer Ouvertüre: Streicher sind zu hören, Rufus Beck (der Regisseur) tritt in seiner Rolle als „Magier“ vor das Frankfurter Publikum und spricht ein paar einführende Worte, ein Orchester ertönt, das berühmte Nessaja-Thema wird angespielt und die Geschichte beginnt. Wie bereits im Titel angekündigt, dreht sich bei dieser Tour inhaltlich alles um die Zeit. Was ist die Zeit? Wie viel ist sie wert? Kann man sie verlieren? Verschwenden? Gar totschlagen? Alleine durch diese Themenwahl erhält das Rock-Musical eine fast schon philosophische Tiefe, die vielleicht nicht von jedem Kind sofort verstanden wird, allerdings im Endeffekt viel mehr aus der Show macht als nur eine einfache Geschichte über einen kleinen grünen Drachen.

Die Handlung an sich besteht aus verschiedenen Episoden, in denen Tabaluga immer wieder neue Figuren trifft, die ihm - oftmals mit Hilfe eines Songs - etwas über die Zeit erzählen. Nicht nur musikalisch, auch visuell wird dabei viel geboten - ein Pluspunkt für die DVD. Allerdings müssen die CD-Besitzer jetzt nicht verzweifeln: Das Konzept funktioniert auch in der rein akustischen Variante ausgesprochen gut, was nicht zuletzt an den verschiedenen, zum Teil prominenten Sängerinnen und Sängern liegt. Der Graf von Unheilig („Der gutgelaunte Fremde“) ist einer von ihnen, Laith Al-Deen („Der Kuckuck“) ein anderer. Mandy Capristo sing als „Lilli“ ein Duett mit Peter Maffay („Die Zeit hält nur in Träumen an“), Heinz Hoenig ist wieder als „Arktos“ zu sehen und kein Geringerer als Uwe Ochsenknecht tritt als verführende Kameliendame auf.

Das Außergewöhnliche an „Tabaluga und die Zeichen der Zeit - Live“ ist, dass sich all diese unterschiedlichen Charaktere und Sequenzen scheinbar spielerisch zu einer unterhaltsamen, 149 Minuten langen Geschichte zusammenfügen lassen. Zudem ist ein Großteil der insgesamt zwanzig Musikstücke, von denen wohlgemerkt sechs neu sind, überdurchschnittlich gut geworden. Natürlich funktionieren nicht alle Songs so hervorragend wie „Die Eintagsfliege“ (gesungen von Charlotte Klauser, Frontfrau der Band The Black Sheep) oder das zum Ohrwurm fähige „Die vier Jahreszeiten“, doch das Gesamtbild stimmt, macht Spaß und regt zum Nachdenken an. Schade, dass es voraussichtlich trotz des großen Erfolges die letzte große Tabaluga-Tour und damit auch CD/DVD dieser Art sein wird. Warum eigentlich? Peter Maffays Begründung: „Alles im Leben hat seine Zeit.“

Anspieltipps:

  • Die vier Jahreszeiten
  • Hase und Schnecke
  • Ich wollte nie erwachsen sein
  • Die Eintagsfliege
  • Der gutgelaunte Fremde

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