Donald Fagen - Sunken Condos - Cover
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Donald Fagen Sunken Condos


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das vierte Soloalbum des Sängers und Keyboarders von Steely Dan.

Donald Fagen (64) ist eine Hälfte des Jazz-Rock-Duos Steely Dan (bei Gründung war es freilich ein Sextett), das mit mehr als 30 Millionen verkauften Tonträgen in 40 Jahren (also seit 1972) zu den Top-Acts der Musikgeschichte zählt. Abseits von Steely Dan hat Donald Fagen bisher drei Alben auf den Markt gebracht: „The Nightfly“ (1982), „Kamakiriad“ (1993) und „Morph The Cat“ (2006). Mit „Sunken Condos“ lässt der 64-Jährige nun Solowerk Nummer vier folgen.

Wie immer – wenn man dies bei lediglich vier Alben in 30 Jahren sagen kann – steht Donald Fagen für lässig-gediegenen, gut abgehangenen Jazz-Funk-Pop, den er zusammen mit Produzent Michael Leonhart (u.a. Rufus Wainwright, Natalie Merchant, Sharleen Spiteri, Nikki Yanofsky) in New York eingespielt hat und dabei auf bewährte Musikerkollegen wie Jon Herington (Gitarre), Kurt Rosenwinkel (Gitarre) oder auch Earl Cooke Jr. (Drums) zurückgriff. Durch diese eingespielte Mannschaft klingt „Sunken Condos“ nach einem typischen Donald-Fagen-Werk, das auf der einen Seite verspielt und leicht anmutet, aber in Sachen Präzision und Detailreichtum Maßstäbe setzt.

Schon die ersten Töne des Album-Openers „Slinky thing“ perlen mit bezaubernden Funk-Grooves aus den Lautsprechern und vereinen den Sound von Wurlitzer Orgel und Vibraphone mit dezenten Bläserriffs und Kurt Rosenwinkels Gitarrenkünsten. Etwas temporeicher geht es in „I’m not the same without you“ zur Sache. Hier kombiniert Fagen sein Pianospiel mit treibenden Bass-Grooves, einem Mundharmonika-Solo und gediegenem Chorgesang. Auf diese Weise funktioniert das komplette Album, ohne dass es langweilig wird oder Ausfälle zu verzeichnen sind.

Mit „Weather in my head“, „Miss Marlene“ oder auch „Out of the ghetto“ blitzen zwar einige ganz besondere Perlen hervor, die auch aus dem Kontext genommen, problemlos ihre Wirkung entfalten. Doch unterm Strich ist „Sunken Condos“ ein klassisches Album wie aus einem Guss, dem man seine lange Entstehungszeit von fast zwei Jahren nicht anhört.

Anspieltipps:

  • Slinky thing
  • Miss Marlene
  • Out of the ghetto
  • Weather in my head

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