Moullinex - Flora - Cover
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Moullinex Flora


  • Label: Gomma/Groove Attack
  • Laufzeit: 53 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Dance-Pop mit Retro-Elementen, der modern und stückweise sogar futuristisch klingen möchte, aber auf Albumlänge zu oft langweilt.

Jetzt kommt der neue heiße Scheiß: Moullinex, seines Zeichens portugiesischer „Neo Pop“-Produzent, lässt sein Debüt „Flora“ auf das tanzwütige Partyvolk los. Und nein, es gibt hier keine gewöhnliche House Music auf die Ohren und auch kein Drum’n’Bass – das wäre vermutlich zu einfach gewesen. Die Tracks auf „Flora“ sind eher so etwas wie Dance-Pop mit Retro-Elementen und futuristischem Einschlag. Das klingt zugegebenermaßen erst einmal komisch, sowohl in der Beschreibung als auch in der eigentlichen musikalischen Form, ist aber zumindest ein respektabler Versuch, sich von anderen Künstlern ähnlicher Ausrichtung abzugrenzen.

Und wenn die Arbeiten von Luis Clara Gomes, so der wohlklingende bürgerliche Name von Moullinex, eines sind, dann anders, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Es ist nicht zu leugnen, dass die ersten vier Songs auf „Flora“ nicht nur Spaß machen, sondern auch erfrischend, abwechslungsreich und sommerlich klingen. Nummern wie „Sunflare“, „Take My Pain Away“ und „Keep You Close“ bestechen durch einen treibenden, pumpenden Beat, schöne Melodien und warme Vocals. Würde es sich bei diesem Debüt nicht um ein Album, sondern um eine EP handeln, dann wäre auch alles in Ordnung. Da es aber nun mal ein Longplayer ist, stellt sich spätestens mit „Darkest Night“ der erste Missmut ein. Und das liegt nicht an den Vocals von Iwona Skwarek, Sängerin des polnischen Duos Rebeka, sondern schlichtweg an der Tatsache, dass der Song so klingt, also könne er problemlos auf dem nächsten Eurovision Song Contest laufen.

„Darkest Night“ ist allerdings nicht der einzige Track, der hier etwas fragwürdig anmutet. Auch „Let Your Feet (Do The Work)“, der Titelsong „Flora“ und vor allem das grauenhafte „Undertaker“ tragen kräftig zur Talfahrt im Mittelteil des Albums bei. So außergewöhnlich die Stilmittel und Retro-Elemente von Moullinex am Anfang auch wirken mögen, irgendwann verlieren sie ihren Reiz und es macht sich - trotz des Flötenspiels und abwechselnder Vocals von Iwona Skwarek und Moullinex selbst - Langeweile breit.

Erst das aussichtsreiche, von Da Chick gesungene „Hypnotize“ läutet gegen Ende wieder einen Aufwärtstrend ein, der sich mit dem schönen Instrumentalstück „Summerman (Reprise)“ und dem finalen Michael Sembello-Cover „Maniac“ (feat. Peaches) fortsetzt. Doch das geschieht alles zu spät, weil viele der Hörer mit großer Wahrscheinlichkeit „Flora“ in der Zwischenzeit schon aufgegeben haben. Dabei ist es gar nicht anzuzweifeln, dass einzelne Stücke aus dem ersten und letzten Drittel der Platte durchaus in der Lage sind, Tanzflächen zu füllen und als Singles Erfolge zu erzielen – auf Albumlänge funktioniert die wilde Kreation von Moullinex aber nur äußerst bedingt.

Anspieltipps:

  • Hypnotize
  • Sunflare
  • Maniac

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