Fritz Kalkbrenner - Sick Travellin´ - Cover
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Fritz Kalkbrenner Sick Travellin´


  • Label: Suol/Rough Trade
  • Laufzeit: 71 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die zweite reguläre Scheibe des Berliner Produzenten mit der schönen Soulstimme und den entspannten Beats.

„Fritz Kalkbrenner meldet sich zurück“, schallt es sehnsüchtig aus allen Richtungen. Erstaunlich, schließlich war der gute Mann doch gar nicht wirklich weg, auch wenn der Titel seines Debütalbums „Here Today Gone Tomorrow“ so etwas möglicherweise suggeriert hat. Gerade mal zwei Jahre sind seit der Veröffentlichung von Songs wie „Kings In Exile“ und „Right In The Dark“ vergangen – ein Zeitraum, in dem der jüngere der Kalkbrenner-Brüder ausgiebig auf Tour gegangen ist und mit der Compilation „Suol Mates“ auf sich aufmerksam gemacht hat. Er war also immer irgendwie präsent, der Fritz, und das wird er auch mit seinem Zweitwerk „Sick Travellin‘“ definitiv bleiben.

Mehr als 70 Minuten dauert eine solche Reise bei dem Berliner mit der markanten Soulstimme, die seit dem 2009er Hit „Sky And Sand“ (eine Zusammenarbeit mit seinem Bruder Paul) vermutlich jeder schon einmal gehört hat. Da erfreut es umso mehr, dass Fritz Kalkbrenner fast die Hälfte seiner neuen Stücke mit Gesang versehen hat und auf diese Weise eine wohltuende Abwechslung zu den ansonsten rein instrumentalen Tracks schafft. Die erste Single „Get A Life“ ist ein gutes Beispiel für dieses Zusammenspiel von entspannten Beats, melodischen Parts und melancholisch angehauchten Vocals. Ebenso „No Peace Of Mind“ und „Little By Little“, denen die Show nur noch von dem hervorragenden Gil Scott-Heron- / Brian Jackson-Cover „Willing“ gestohlen wird. Angereichert mit zahlreichen Funk- und Soul-Elementen ist der erstmals 1980 erschienene Song sinnbildlich für das „Organische“ der neuen Scheibe: Bass, Gitarre und Rhodes bereichern „Sick Travellin‘“, als wäre deren Verbindung mit House-Musik das Normalste der Welt.

Mehr als sechs Titel wollte Fritz Kalkbrenner dann aber doch nicht einsingen, schließlich sei er ja in erster Linie Produzent. Bei so gelungenen Club-Nummern wie „Chequer Heart Day“ oder „Hummin' Hills“ nimmt man diese Entscheidung mit einem zufriedenen Lächeln hin. Andere Tracks wie „Brumaire“ oder „Monte Rosa“ laufen dagegen ein wenig ins Endlose und hätten durchaus mehr werden können, als bloß die guten Songs zwischen den noch viel besseren Songs. Alles in allem ist „Sick Travellin‘“ aber trotzdem ein vielversprechendes Album geworden, das einem Vergleich mit den Veröffentlichungen des großen Bruders gelassen entgegenblicken kann.

Anspieltipps:

  • Willing
  • Get A Life
  • Hummin’ Hills
  • Little By Little

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