Sing Um Dein Leben - Sing Um Dein Leben - Cover
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Sing Um Dein Leben Sing Um Dein Leben


  • Label: XN-Tertainment/TONPOOL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Xavier Naidoo veröffentlicht mit vierzehn Sängerinnen und Sängern der ersten Staffel von „The Voice of Germany“ ein fast typisches Castingshow-Album.

Es läuft zurzeit nicht schlecht im Hause Naidoo: Das Album „Gespaltene Persönlichkeit“, das er zusammen mit dem Rapper Kool Savas (als Xavas) aufgenommen hat, konnte die Spitze der Charts erklimmen, die dazugehörige Single „Schau Nicht Mehr Zurück“ (der Siegersong des Bundesvision Song Contests) schlug auf Platz zwei ein. Dazu hagelte es noch Preise für das von ihm betreute Casting-Format „The Voice of Germany“ und weil das alles noch nicht genug ist, folgt nun auch noch das erste gemeinsame Album von vierzehn Kandidaten ebendieser Sendung. Genauer: vierzehn Sängerinnen und Sänger, die schon während der Show von Xavier Naidoo gecoacht wurden und natürlich dabei so viel Talent offenbarten, dass es ja völlig wahnsinnig gewesen wäre, sie nach ihrem Ausscheiden einfach ziehen zu lassen. Stattdessen traf man sich in Mannheim und nahm dort unter dem Projektnamen „Sing Um Dein Leben“ dreizehn Stücke für das gleichnamige Debütalbum auf.

Das Ergebnis dieser Arbeit ist in erster Linie als ein Gegenentwurf zu Dieter Bohlens „DSDS Allstars“ zu verstehen. Tiefgründiger soll es sein, vielseitiger, individueller und gleichzeitig eine Teamleistung, bei der es nicht den einen federführenden Songschreiber und Produzenten gibt, sondern jeder seine Ideen einbringen kann. So jedenfalls der Plan von Xavier Naidoo, Michael Herberger und Ruben Rodriguez, den Chefs des Bandprojektes. Und tatsächlich: Als Hörer glaubt man, herauszuhören, dass dieses Vorhaben kein Versprechen geblieben ist. Und wenn es sich dabei um eine Illusion handelt, dann ist es nicht die schlechteste. Von dem typischen Soul-lastigen Popsong („Dies Muss Es Werden“) über die pathosgeladene Ballade („Du Bist Da Für Mich“) bis hin zu durchaus tanzbaren („One“) und sogar sanft rockenden Stücken („Change Your Direction“) ist auf „Sing Um Dein Leben“ alles vertreten. Und wer hätte das gedacht: Sogar Xavier Naidoo himself, Kool Savas und Rea Garvey (ein weiterer „The Voice of Germany“-Juror) dürfen sich in die lange Liste der Interpreten eintragen – hier wird wirklich jede Karte ausgespielt.

Vordergründig hat das Produzenten-Trio also alles richtig gemacht. Die dreizehn jeweils von mehreren Personen gesungenen Stücke sind genau das, was sich die Fans wünschen, daran besteht kein Zweifel. Stimmlich ohne Ecken und Kanten zwitschert sich das selbsternannte „Konglomerat“ durch seichte, angepasste Tracks, die immer irgendwo zwischen Disney-Song und der typischen ersten Veröffentlichung eines Castingshow-Gewinners pendeln. Und hier liegt der Witz des ganzen Projektes: Trotz aller betonter Vielfalt klingt „Sing Um Dein Leben“ immer noch wie ein Album, das aus einer Fernsehsendung hervorgegangen ist, da sowohl ein Großteil der Musiker als auch eine Vielzahl der Songs schlichtweg austauschbar sind. Die einzelnen Stücke sind in ihren besten Momenten gehobener Standard, dem ein paar letzte Kicks fehlen, um wirklich Bestand zu haben.

Zwar werden Tracks wie „Engel“ oder „Couldn’t It Be Love“ mit entsprechender Promotion aufgrund des aktuellen Hypes sicherlich hohe Chartplatzierungen erreichen können, doch sobald sich die zweite Staffel von „The Voice of Germany“ ihrem Ende neigt, werden auch diese Songs wieder vergessen sein. An diesem Punkt kann auch Xavier Naidoo keine Wunder vollbringen. Für den Moment ist „Sing Um Dein Leben“ allerdings ein Album geworden, das trotz seiner erwartungsgemäßen Anpassung an den Mainstream zumindest den Veröffentlichungen von „DSDS“ eine Nasenlänge voraus ist.

Anspieltipps:

  • Dies Muss Es Werden
  • Engel
  • Couldn’t It Be Love

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