K´Naan - Country, God Or The Girl - Cover
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K´Naan Country, God Or The Girl


  • Label: A&M/Universal
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Das neue Album von K´Naan war eine schwere Geburt. Das hört man leider. Doch am Ende versöhnt ein einziger Track. Geht doch!

Lange angekündigt, oft verschoben: Das dritte reguläre Studioalbum von Kaynaan Cabdi Warsame alias K´Naan (34) zählt scheinbar zu den berühmten schweren Geburten. Schließlich gilt es, mit dem Werk den international erfolgreichen Vorgänger „Troubadour“ (02/2009) zu bestätigen, der maßgeblich durch die Single „Wavin flag“ geprägt wurde, die als offizieller Werbesong von Coca-Cola zur Fußball WM 2010 verwendet wurde. Das ist vermutlich auch einer der Gründe, warum sich die Veröffentlichung von „Country, God Or The Girl“ so lange hingezogen hat: Die Suche nach einem zweiten „Wavin flag“. Denn der erste Versuch in Form der im Februar 2012 ins Rennen geschickten Single „Is anybody out there?“ (immerhin ein Duett mit Superstar Nelly Furtado) verlief noch nicht einmal im Ansatz so erfolgreich wie erhofft.

Ob aus der geschilderten Vermutung heraus noch einmal im Studio an „Country, God Or The Girl“ herumgeschraubt wurde oder das Album bis dato einfach nicht in den Vermarktungsplan passte, spielt nun keine Rolle mehr. Denn rechtzeitig zum ach so wichtigen Weihnachtsgeschäft liegt der Longplayer jetzt wenigstens vor. Und mit den beteiligten Feature-Gästen und Songschreibern ist Aufmerksamkeit garantiert! Denn neben besagter Nelly Furtado geben sich u.a. noch Bono (U2), Nas, Chilly Gonzales, Ryan Tedder (OneRepublic), RedOne sowie Mark Foster, Will.I.Am (The Black Eyed Peas) und Keith Richards (The Rolling Stones), die aber nur auf den zusätzlichen Tracks der Deluxe Version zu hören sind, die Ehre. Doch um es vorweg zu sagen: Auch mit dieser intergalaktischen Starbesetzung kommt „Country, God Or The Girl“ nicht mit der hohen Erwartungshaltung zurecht.

Zwar bemüht sich K´Naan von Anfang an, das „Troubadour“-Flair aufrecht zu erhalten, indem er wie gewohnt HipHop-Beats, R&B-Vibes und Soul-Atmosphäre miteinander kombiniert. Dabei springen so ungewöhnliche Ergebnisse wie das nach einem niedlichen Schlaflied klingende „Gold in Timbuktu“, das fröhlich trippelnde „Waiting is a drug“ oder das mit einem Sample des Coldplay-Songs „Lost“ durchzogene „Better“ heraus. Doch erst nach Zweidritteln erwartet den Hörer mit „The sound of my breaking heart“ der erste und einzige echte Höhepunkt von „Country, God Or The Girl“.

Ein bisschen spät zwar, aber weder das Duett mit Bono („Bulletproof pride“) noch das froschartige Quaken von Nelly Furtado („Is anybody out there?“) kommen über die Durchschnittsmarke hinaus. Hier befinden sich mit Stücken wie „The seed“, „Hurt me tomorrow“ oder auch „Nothing to lose“ durchaus ein paar gute Kandidaten, doch erst mit „The sound of my breaking heart“ zeigt der 34-Jährige, wie eine magische Hitsingle zu klingen hat, die es mit „Wavin flag“ aufnehmen kann. Na ja, besser spät als gar nicht.

Anspieltipps:

  • Better
  • The seed
  • Nothing to lose
  • Bulletproof pride
  • The sound of my breaking heart

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