Stone Sour - House Of Gold & Bones Part 1 - Cover
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Stone Sour House Of Gold & Bones Part 1


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Erster Teil eines zweiteiligen Konzeptwerks, bei dem schon der erste Part wenig Lust auf den zweiten macht.

Green Day werfen in kürzester Zeit drei Alben auf den Markt, bei Down müssen es gleich vier EPs sein und Stone Sour machen es auch nicht unter zwei Longplayern. Wo Bands früher bei der Veröffentlichung einer neuen Platte tönten, sie hätten genügend Material für zwei, drei oder mehr Alben aufgenommen und das nächste Werk stünde quasi schon in den Startlöchern, kam am Ende meistens nur heiße Luft heraus, weil die übrigen Songs dann doch nicht die ausreichende Qualität für eine Veröffentlichung besaßen oder weil die Plattenfirma einen Strich durch die kühne Rechnung machte und nicht in so kurzer Abfolge ein weiteres Studioalbum veröffentlichen wollte.

Dies scheint sich nun geändert zu haben. Die Plattenfirmen feuern aus allen Rohren und überschwemmen den Markt – wie im letzten Quartal eines Jahres üblich – mit neuen CDs, DVDs, sündhaft teuren Box-Sets und hochtrabenden Konzeptwerken, die sich – warum auch immer – nicht auf einem Silberling unterbringen lassen konnten. Die Mannen um die Slipknot-Musiker Corey Taylor und James Root wagen sich mit „House Of Gold & Bones“ an eine zweiteilige Konzeptgeschichte über einen jungen Burschen auf dem Weg zu einem erwachsenen Menschen, hinter dem niemand anderes als Cory Taylor selbst steckt.

Verteilt auf 23 Songs (davon elf auf dem hier vorliegenden ersten Teil), die im Vergleich zum ersten Stone-Sour-Output wesentlich metallischer, streckenweise sogar mit Thrash-Anteilen daherkommen, erzählen die Amerikaner eine nicht sonderlich originelle Story, die der kanadische Produzent Dave Bottrill (u.a. Tool, Muse, Staind, Placebo, Smashing Pumpkins) in einen fetten Klangmantel gesteckt hat. Dieser satte Sound überfällt den Hörer gleich mit dem schneidenden Opener „Gone sovereign“, der wie eine gut geölte Dampfwalze aus den Boxen geprügelt wird. Auch das folgende „Absolute zero“ kommt mit einem mörderischen Groove sofort auf den Punkt und sorgt für eine angespannte Nackenmuskulatur.

Würde „House Of Gold & Bones Pt. 1” auf diese Art weitergehen, gäbe es vermutlich nichts zu meckern. Doch leider verliert sich der Spannungsbogen bedingt durch oftmals recht biederes Songwriting und abgestandene Riffs mit zunehmender Spieldauer immer mehr, auch wenn Cory Taylor am Mikrofon sowohl bei harten Rockern als auch bei sanften Balladen eine starke Vorstellung gibt. Allerdings hätte es die beiden schrecklich aufgeblasenen Metallica-Gedächtnisballaden „The travellers, pt.1 & pt. 2“ auch nicht unbedingt gebraucht. So bleibt ein eher durchschnittliches Album in der Schnittmenge aus Hardrock und Alternative Metal, das nicht wirklich Lust auf eine Fortsetzung macht.

Anspieltipps:

  • Taciturn
  • Absolute zero
  • Last of the real
  • Gone sovereign

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