Rage Against The Machine - XX (20th Anniversary Edition) - Cover
Große Ansicht

Rage Against The Machine XX (20th Anniversary Edition)


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 440 Minuten
Artikel teilen:
10/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

20 Jahre hat dieses wütend-geniale Crossover-Gewitter inzwischen auf dem Buckel. Zeit, es mit einer Luxus-Ausgabe zu ehren!

In den späten 80er Jahren kam es in der Musikszene immer wieder mal zu der stilistischen Vermischung von Heavy Metal bzw. Hardrock und HipHop/Rap, bei der Bands wie Run DMC und Aerosmith bzw. Public Enemy und Anthrax gemeinsame Sache machten. Daraus entwickelte sich in den 90er Jahren die sogenannte Crossover-Welle, aus der im Laufe der Zeit Bands wie Dog Eat Dog, Body Count, Clawfinger und Rage Against The Machine hervorgingen, die wiederum den Weg für den nächsten Hype in Form des Nu-Metal mit Gruppen wie Korn, Slipknot, Limp Bizkit und Linkin Park ebneten.

Als Rage Against The Machine ihr von Rick Rubin produziertes Debütalbum Anfang November des Jahres 1992 auf den Markt brachten, fegte es mit einem Wirbelsturm aus Heavy Metal, Funk, Hardcore, HipHop und Rap über den Hörer hinweg. Die schneidenden Riffs von Tom Morello, der wütende Gesang und die politischen Texte von Zack De La Rocha sowie die akkurate Rhythmusarbeit von Brad Wilk (Drums) und Tim Commerford (Bass) pressten den Hörer 53 Minuten lang in eine Schraubzwinge, aus der er sich erst nach den letzten Tönen von „Freedom“ lösen konnte. Selten wurde so viel Wut und Energie in eine perfekte Symbiose aus Text und Musik verpackt wie auf diesem Album.

Mit dem leicht nervösen Basslauf von „Bombtrack“ schleichen sich Rage Against The Machine an ihre Hörer heran, um nach kurzer Zeit in einem Schwall aus aggressiven Lyrics („Burn, burn, yes you're gonna burn“) und groovenden Riffs zu explodieren. Schon hier macht sich Gänsehaut bemerkbar, die sich im Laufe des Albums noch weiter steigert, z.B. durch absolut humorfreie Ansagen wie „Fuck you, I won't do what you tell me!” in „Killing in the name” oder auch „No escape from the mass mind rape. Play it again jack and then rewind the tape. And then play it again and again and again. Until your mind is locked in. Believin' all the lies that they're tellin' you Buyin' all the products that they're sellin' you They say jump and you say how high You're brain-dead. You've gotta fuckin' bullet in your head” in „Bullet in the head”.

Bild

Das jetzt veröffentlichte „20th Anniversary Edition Deluxe Box-Set“ enthält neben dem um drei Live-Tracks ergänzten Originalalbum eine weitere CD mit den Original-Demos, eine Doppel-DVD mit dem allerersten Live-Auftritt der Band aus dem Jahr 1991, einem Mitschnitt vom 1994er Pinkpop Festival, dem unveröffentlichten „Battle of Britain“-Gig in London (Juni 2010) sowie ein riesiges Bündel aus Live-Clips und Promo-Videos. Dazu kommen ein 40-seitiges Booklet mit Liner Notes von HipHop-Legende Chuck D (Public Enemy), ein zweiseitiges Bandposter sowie das Originalalbum als 180-Gramm-Vinyl-Edition.

Obwohl der Sound knochentrocken und herrlich organisch ist, wird er durch die dem Funk entliehenen Bass-Grooves und die irren Gitarrensoli Morellos zu einer nicht zu durchbrechenden Mauer ohne das kleinste Loch, sprich, ohne auch nur einen einzigen Ausfall in der Tracklist zu haben. Dies zweimal am Stück genossen, sollte absolut jedem Rockfan die Ohren zum klingeln bringen, auch wenn das Crossover-Genre heutzutage mausetot ist und von vielen talentfreien Bands schlicht an die Wand gefahren wurde. Wie es richtig geht, haben Rage Against The Machine mit dieser Dampframme von einem Album bewiesen!

Anspieltipps:

  • Freedom
  • Bombtrack
  • Bullet in the head
  • Killing in the name
  • Know your enemy

Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
7/10

Hello, You Bastards: Live In Reno
  • 2019    
Diskutiere über „Rage Against The Machine“
comments powered by Disqus