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Pinback Information Retrieved


  • Label: Temporary/CARGO
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Zur Kontextualisierung: Der Lack ist abgeblättert.

Frickel me softly. Das fünfte Pinback-Album kleidet sich derart vorbildlich in Moll-Ton- und Herbstgrau-Indie-Rock, dass man bei dieser eigentlich doch hochgradig sympathischen und talentierten Combo aus San Diego ins Grübeln kommt.

Das fünfte Album im 14. Jahr wirft nun also erstmals die Frage auf, ob man Pinback bedingungslos in ihre poppige Indie-Rock-Kopfhörerwelt folgen soll, denn festbeißen, zwingend einnehmen und restlos überzeugen geht anders. Dabei bleiben die Schuster namens Rob Crow, Armistead Burwell Smith IV und Chris Prescott erwartungsgemäß bei ihren Leisten.

Die schönen Akkordläufe auf den leise gedrehten E-Gitarren sorgen wieder für Rhythmikbögen en masse, Flüstergesang mit spärlichem Chor-Einsatz erzeugt warm-wohlige Emphase, so weit so Pinback, aber wenn man Pinback kennt, dann fehlt ein Signum auf „Information Retrieved“ deutlich: der Zauber. Der Zauber, jeden Gitarren-Pick, jedes stoisch und ruhig zur Entfaltung gebrachte Tönchen bei Pinback wunderschön zu finden. Gewiss hat das mehr mit der Rezeption als mit der Band selbst zu tun, man weiß, was man von den Jungs erwarten kann, und wenn man zum fünften Mal genau das bekommt, blättert der Lack naturgemäß ein wenig ab.

Doch es ist mehr. Der starke Start mit dem feinen „Proceed To Memory“, dem träumerischen „Drawstring“ oder dem sanftmütigen Bass-Schunkler „Sherman“ wird versandet durch melodiöse und songschreiberische Mittelmäßigkeit, die man so von Pinback nicht gewohnt war. Zur Kontextualisierung: nicht dass es auf einmal schlecht wäre, was Pinback auf „Information Retrieved“ veranstalten. Doch sich an Zauber zu gewöhnen, setzt einfach hohe Messlatten, mit denen der fünfte Streich so seine liebe Mühe hat.

Anspieltipps:

  • Proceed To Memory
  • Drawstring
  • Sherman

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