War From A Harlots Mouth - Voyeur - Cover
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War From A Harlots Mouth Voyeur


  • Label: Season Of Mist/SOULFOOD
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Berlins Mathcore-Spezialisten prügeln sich präzise wie ein Uhrwerk in Deutschlands Extreme Metal-Elite.

Das Buffet an schlagfertigen Bands, die jeglichen Melodien abgeschworen haben, ist mittlerweile so groß, dass es nicht mehr reicht die wöchentlichen oder monatlichen Empfehlungen seines Lieblingsmusikmagazins zu durchforsten, da selbst auf diesem Wege viele Gruppen keine Erwähnung finden, die es wert wären, entdeckt zu werden. War From A Harlots Mouth benötigen solche individuellen Glücksgriffe jedoch schon lange nicht mehr. Nico Webers (Gesang), Daniel Oberländer (Gitarre), Simon Hawemann (Gitarre), Filip Hantusch (Bass) und Paule Seidel (Schlagzeug) sind bereits fest im Kollektiv der besonders wild und laut um sich schlagenden Gruppierungen des Landes integriert.

Mit „Voyeur“, dem vierten Album in 5 Jahren, soll lediglich der Bekanntheitsgrad gesteigert werden, denn die Berliner blasen erneut mit donnernden Blastbeats, unbarmherzigen Riffs und einem schwer zu durchschauenden Taktgerüst zum Angriff. Wer hier allerdings ultrabrutales Gedresche ohne Sinn und Verstand erwartet, das sich mit elektronischen Hilfsmitteln bewaffnet seinen Weg in die Synapsen bahnt, der ist bei War From A Harlots Mouth definitiv fehl am Platz. Bereits das eröffnende Intro „Origin“ hebt sich mit seinem bedrückenden Cellospiel mutig von der Masse an Pseudo-Filmsoundtrackeinleitungen ab, und der gordische Takt- und Rhythmusknoten, der ab „Vertigo“ zelebriert wird, ist ebenfalls mehr Rush denn Emmure.

Wie eine feinfühlige Planierraupe rollt der Fünfer ohne Verschnaufpause mit seinem klugen Wechselspiel aus eruptivem Donnergrollen („Of fear and total control“, „H(a)unted“), subtil eingestreuten Melodien („The black lodge“), düsteren, sowie schleppend agierenden Momenten („Krycek“) oder einfach nur wuchtigen Grooves („Terrifier“, „Catacombae“) über den ahnungslosen Hörer hinweg, der sich mit dem präzisen Apparat hinter „Voyeur“ auseinander zu setzen traut. Manch andere Alben mögen vielleicht ein versöhnlicheres Umfeld besitzen oder Tracks beherbergen, die einen höheren Wiedererkennungswert haben, für technisch interessierte Metalheads, die eine extreme Herausforderung suchen, ist der neueste Streich von War From A Harlots Mouth aber genau die richtige Anlaufstelle.

Anspieltipps:

  • Krycek
  • Terrifier
  • Catacombae
  • The Black Lodge

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