State Radio - Rabbit Inn Rebellion - Cover
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State Radio Rabbit Inn Rebellion


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Rock mit Herz, ohne Ausrufezeichen.

Chad Stokes krönte zuletzt noch die Rückkehr von Dispatch mit dem tollen Comeback-Album „Circles Around The Sun“, nun geht es für ihn deutlich politisch motiviert und dreckig rockend in Form des neuen State Radio-Longplayers „Rabbit Inn Rebellion“ weiter. Das Trio, dem auch noch Chuck Fay und Mike „Mad Dog“ Najarian angehören, lässt dabei weitgehend seine Ska- und Reggae-Einschläge der früheren Werke verstummen und widmet sich mitunter wütend einer Welt voll von realen Grausamkeiten. Diesen setzen State Radio, in einer Lagerhalle aufgenommen, feurige Stücke aus 70er Jahre-geprägtem Rock entgegen.

Das funktioniert anfangs auch recht gut und brodelt beim Opener „H.A.C.K.I.N. (Yeah Man)“ sperrig aus dem heißen Kessel drückender Riffs und Vocals. „Yeah man, I don´t like what you offer“ heißt es da immer wieder, so dass der Hörer im Stile von bestem Polit-Rock früher oder später aus dem Sitz gerissen wird. In „Freckled Mary“ ist der Blues nur angedeutet, denn mit wiederkehrender Regelmäßigkeit prescht der Song durch Stakkato-Regionen davon. Hier von Punkrock zu sprechen, wäre doch etwas zu viel des Guten. Schließlich tendieren die drei seit ihrer Gründung im Jahre 2002 eher zu Sublime als zu Anti-Flag. Derzeit im Riff-Rock beheimatet, geht ihnen auf „Rabbit Inn Rebellion“ dennoch zu oft der Sprit aus. Schon „Big Man“ verliert sich im lahmenden Midtempo ohne zupackende Elemente. „Take Cover“ pendelt genauso wie „Adelaide“ die Welt umarmend in rosig erblasste Gefilde.

Ginge es so weiter, würde sich die Platte in mittelmäßigem Wohlgefallen auflösen. Als hätten die Amerikaner exakt dies im Hinterkopf, zieht „Desert Queen“ das Tempo noch einmal fulminant an, bremst im bluesigen „Sugarbeet Wine“ jedoch viel zu früh wieder ab. So bleibt es bei einem durchaus tollen Ansatz, spontan drauf los zu rocken und den Staub der Siebziger Jahre aufzuwirbeln. Schade, dass die Gesamtheit der Platte damit nicht mithalten kann und die Zugkraft an manchen Stellen stark abfällt.

Anspieltipps:

  • H.A.C.K.I.N. (Yeah Man)
  • Roadway Broken
  • Desert Queen
  • State Of Georgia

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