Bison B.C. - Lovelessness - Cover
Große Ansicht

Bison B.C. Lovelessness


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Alle (zwei) Jahre wieder legen Bison B.C. ein neues Album vor. Dieses Mal gebärden sich die musikalischen Ergüsse der vier Irren aus Kanada jedoch etwas unentschlossen.

„Lovelessness“ stellt eine Zäsur dar. Auf dem vierten Longplayer der Vancouver-Truppe tummelt sich weder ein neuer Wendigo-Teil, noch ist Drummer Brad Mackinnon mit von der Partie, der durch Matt Wood ersetzt wurde und seit der Gründung vor acht Jahren mit James Farwell (Gitarre, Gesang), Dan And (Gitarre, Gesang) und Masa Anzai (Bass) die Höhen und Tiefen einer sludgebasierten Band durchlebt hat. Allerdings sind diese beiden Indizien nicht die einzigen Beweise, die einen unangenehmen Qualitätseinbruch bei Bison B.C. offenbaren, denn auch die sechs neuen Kompositionen, die waghalsig zwischen sechs und elf Minuten angesiedelt sind (lediglich der mit 3:15 Minuten kurze Ausreißer „Clozapine dream“ hält sich bei der Länge zurück), entfachen nicht das gleiche Feuer, wie es noch die Tracks auf „Quiet Earth“ (10/2008) oder „Dark Ages“ (04/2010) vollbracht haben.

Schon der Auftakt „An old friend“ ist lediglich ein aufgewärmtes Rezept vergangener Tage, das trotz des einen oder anderen Tempowechsels nicht den mitreißenden Sog eines „Dark towers“ oder „Melody, this is for you“ inne hat und auch das nachfolgende „Anxiety puke / Lovelessness“ rauscht mit Ausnahme des einen oder anderen wuchtigen Riffs ziemlich gleichgültig am Hörer vorbei. Erst die Semi-Instrumentalnummer „Last and first things“ holt die vor sich hin dampfenden Kohlen aus dem Feuer und treibt die Glut mit einem grandiosen Spannungsbogen und einer einnehmenden Melodie wieder in die Höhe, während „Blood music“ zwischen altbekannt-wuchtig, psychedelisch und gelangweilt pendelt und in seinen beinahe elf Minuten den Finger öfter in die Nähe der Skip-Taste bringt, als einem lieb ist. Eine klar ersichtliche Klimax wäre hier garantiert schon ausreichend gewesen, um den Track vor dem Ertrinken zu retten!

Zum Glück knallen Bison B.C. mit dem Abschluss „Finally asleep“ noch eine Granate aus ihrem etwas schlapp gewordenen Rhythmusapparat, der nicht nur die Punkwurzeln des Acts reanimiert, sondern auch die dichte Spielweise von Farwell & Co. auf den Punkt bringt. Die Klasse früherer Werke erreicht die Stoner/Sludge-Dreiviertelstunde jedoch nie. „Einem Verrückten ähnlich, der sein Werk mit Kot an die Wände seines Zimmers schmiert, bahnen sich die strangen Geräusche dieser Band von der Westküste, dem Schmelztiegel der Negativität, in einem Land der großen Entfernungen und des stoischen, einsamen Leids, ihren Weg. Lovelessness verbildlicht weder den Tod oder Liebe, noch ihr Fehlen. Vielmehr möchte es die wahnwitzige und verzweifelte Suche nach ihr portraitieren, die sich verhält wie ein Krebsgeschwür und allem Guten in der Welt schadet. Diese Platte ist die ehrliche Zurückweisung von allem, das Glück bringt“ proklamiert stolz der Pressetext. Na wenigstens ist in punkto Wahnwitz bei Bison B.C. noch immer alles beim Alten geblieben.

Anspieltipps:

  • Finally Asleep
  • Last And First Things

Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
7.5/10

Too Mean To Die
  • 2021    
Diskutiere über „Bison B.C.“
comments powered by Disqus