Martha Wainwright - Come Home To Mama - Cover
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Martha Wainwright Come Home To Mama


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ihr Vater Loudon und ihr Bruder Rufus waren bereits recht fleißig, jetzt legt Martha Wainwright nach.

Das Herz von „Come Home To Mama“ ist ein trauriges und heißt „Proserpina“. Gesungen von Martha Wainwright, aber komponiert von ihrer 2010 verstorbenen Mutter Kate McGarrigle, erzählt dieser unfassbar emotionale Song den Mythos der römischen Gottheit Proserpina, die von Pluto, dem Gott der Toten, in die Unterwelt entführt wird. Proserpinas Mutter, Ceres, fordert daraufhin flehend: „Come home to Mama!“ Martha Wainwright singt, nein lebt diesen Titel, den letzten wohlgemerkt, den ihre Mutter geschrieben hat, und schafft auf diese Weise ein Stück Musik, das so viel mehr ist als die vier Minuten, die es andauert.

Schon ihr Bruder Rufus Wainwright verarbeitete den Tod der Mutter auf seinem 2010 erschienenen Album „All Days Are Nights: Songs For Lulu“, wählte aber im Gegensatz zu seiner kleinen Schwester dabei eine durchgängig intime und zurückhaltende Atmosphäre. Anders Martha: Sie geht auf „Come Home To Mama“, ihrem dritten Studioalbum (die Hommage an Édith Piaf nicht mitgezählt), einen grundlegend anderen Weg. Praktisch alle weiteren Songs stehen in einem deutlichen Gegensatz zu der titelgebenden Single „Proserpina“.

Begleitet von Nels Cline (Wilco), Jim White (Dirty Three), dem Keyboarder Thomas Bartlett und ihrem Ehemann Brad Albetta singt sich Martha Wainwright durch ein abwechslungsreiches Repertoire, das den geneigten Hörer vom stürmischen Eröffnungsstück „I Am Sorry“ direkt zu soliden Songwriter-Nummern wie „Can You Believe It“ treibt. Und nein, es wäre nicht Martha-like, an diesem Punkt auszuharren. Stattdessen geht die Reise weiter mit experimentellen, Electro-Pop inspirierten Titeln à la „Four Black Sheep“ und sogar quirligen Songs im Stile von „I Wanna Make An Arrest“. Es wird also einiges gewagt und viel geboten auf „Come Home To Mama“.

Ob am Ende der gewünschte „feminine Touch“ tatsächlich erzielt werden konnte oder ob der geliebte Gatte umsonst den Produzentenstuhl zugunsten von Yuka C. Honda (u.a. Sean Lennon) räumen musste, das kann vermutlich nur Martha Wainwright selbst beantworten. Richtig gut ist „Come Home To Mama“ aber trotzdem geworden, auch wenn die zweite Hälfte der Platte nicht ganz an die Qualität der ersten heranreichen kann. Egal, man muss sie einfach gernhaben, die Wainwrights.

Anspieltipps:

  • Proserpina
  • I Am Sorry
  • Can You Believe It
  • Everything Wrong

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