Delerium - Music Box Opera - Cover
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Delerium Music Box Opera


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 79 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Immer noch eine Klasse für sich: Electro-Ikone Bill Leeb und sein Ambient-Flagschiff Delerium.

In 1987 ursprünglich als Nebenprojekt zum Industrial von Frontline Assembly erdacht, legt die Formation um Bill Leeb (Skinny Puppy) und Rhys Fulber zusammen mit Jared Slingerland sowie Jeremy Inkel nun ihr vierzehntes Album vor. „Music Box Opera“ beackert gewohnt das weite Feld von Ambient und belässt die im Delerium-Kontext ebenso bekannten Weltmusik-Beigaben im Hintergrund. Vielmehr wabert es voller ruhiger Schönheit auf elektronischen Wellen, um durch das Charisma der dominierenden Vocals verschiedener Gastsänger/innen eine große Natürlichkeit an den Tag zu legen. Auch wenn dieses Mal keine großen Namen wie Emily Haines (Metric), Leigh Nash (Sixpence None The Richer) oder Sarah McLachlan dabei sind, der wohligen Atmosphäre tut es keinen Abbruch.

Sicherlich ist es so eine Sache, von Pop zu sprechen, wenn hier die maximale Spielzeit einer CD nahezu vollkommen ausgereizt wird und bei der amerikanischen Formation naturgemäß die Gesamtheit als Fluss gesehen werden sollte. Doch schon der Opener „Consciousness Of Love“ erstrahlt voller einprägsamer Melodien, die einen in Verbindung mit den raumfüllenden Vocals nicht mehr loslassen. Anmutig folgt das mit einer dunklen Form fernöstlicher Entrücktheit beschichtete „Monarch“, wo Nettwerk-Kollegin Nadina (Debütalbum kommt im November) die flächige Weite der Musik bestätigt. Electro-Pop wechselt sich fortan mit schwebenden Balladen ab. Zwischen kühlen, technisch versierten Beats setzen herausgeputzte Melodien der Synthesizer, Streicher- und Pianosounds prägnante Akzente der Wärme.

Zugegeben, die mehr als ausführliche Spieldauer ist harter Tobak und die kernigen Beat-Einlagen eines „Sky (Tears From Heaven)“ und des folgenden „Hammer“ im Mittelteil notwendig, doch im Gegensatz zu vielen anderen Ambient-Produktionen ist „Music Box Opera“ bis ins Mark durchdacht. Es sprudelt vor Musikalität und dem Wissen um die zahlreichen Spannungsfelder elektronischer Musik. Ein Vorsprung, der die Industrial-Legenden Bill Leeb und Rhys Fulber immer noch stilsicher ins Ziel bringt.

Anspieltipps:

  • Monarch
  • Chrysalis Heart
  • Sky (Tears From Heaven)
  • Frostbite

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