Ill Nino - Epidemia - Cover
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Ill Nino Epidemia


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die lateinamerikanischen Limp Bizkit melden sich mit ihrem stärksten Album seit 7 Jahren zurück.

Wer hätte das noch für möglich gehalten? Gerade das unter die Räder gekommene Nu-Metal Kollektiv Ill Nino rappelt sich wieder auf und legt mit „Epidemia“ eine Platte vor, die in Ansätzen an Großtaten wie „Confession“ (09/2003) oder „One Nation Underground“ (09/2005) anschließen kann. „This time around, we want to explore Latin and tribal rhythms we have never explored in the past five releases giving us no musical boundaries at all“ erklärt Schlagzeuger Dave Chavarri, der gemeinsam mit Sänger Cristian Machado zu den Gründern der sechsköpfigen Truppe (Ahrue Luster (Gitarre), Diego Verduzco (Gitarre), Lazaro Pina (Bass) und Daniel Cuoto (Perkussion) vervollständigen das Lineup) zählt.

Natürlich erfinden Ill Nino für ihre Wiederauferstehung das Rad freilich nicht neu und „Epidemia“ ist weiterhin an das gleiche Schema aus lateinamerikanischen Rhythmen, gepaart mit mal schmachtenden, mal herzhafteren Melodien gebunden. Doch abgesehen von schwächeren Kompositionen wie dem Eröffnungsduo „The depression“ und „Only the unloved“ oder den stark an die beiden vorangegangenen Werke erinnernden Stücken „Time won´t save you“ und „Forgive me father“, die ihren Exotenstatus schon vor Jahren erschöpft haben und nur mehr ermüdend wirken, baut der Sechser einige Kniffe ein, die den Act wieder angenehm aus der Versenkung holen.

Sicherlich wirkt eine aggressive Breitseite wie „La epidemia“ erst einmal befremdlich, denn dermaßen wütend hat man die Herrschaften eigentlich noch nie erlebt. Doch sobald sich der Hörer inmitten der derben Growls (!), der beinahe an Death Metal erinnernden Vehemenz (!!) und dem gewitzten Songwriting (!!!) erst einmal zurecht gefunden hat, erwartet ihn eine pulsierende, sowie durch und durch sympathische Platte, die alte Geister mit tänzelnden Grooves („Eva“), einer eindringlichen Fusion aus Perkussion und Riffing („Demi-God“, „Death wants more“) und einem sinnvollen Hart trifft Zart-Gefälle („Escape“) beglückt. Vom Comeback des Jahres ist „Epidemia“ zwar einige Hausecken entfernt, eine handfeste Überraschung ist das donnernde Ethno/Folk/Metal-Gemisch aber allemal.

Anspieltipps:

  • Eva
  • La Epidemia
  • Death Wants More

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