Bring The Mourning On - UKIAH - Cover
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Bring The Mourning On UKIAH


  • Label: Stargazer Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Schweden Americana und Slowcore. Melancholie und Wehmut. Neil Young und Jason Molina. Ein schwermütiger Soundtrack für die dunklen Tage und Nächte.

2006 begegneten sich Henning Pettersson und Erika Schröder und gründeten das Akustik-Country-Duo Going Going Gone. Etwas später erweiterten Sebastian Axelsson und Jerker Wennström die Formation und es entstand ein Sound, der vom klassischen zum melancholischen Alternative Country mutierte. 2009 kam noch Robert Wegner hinzu und die Aufnahmen zum ersten Album wurden in Angriff genommen. Diese verliefen jedoch nicht ohne Rückschläge und ihr Song „Bring The Mourning On“ war geradezu symbolhaft, so dass sie ihn fortan als Bandnamen verwendeten und ihren alten Namen zum Titel ihres Debüts umfunktionierten, das folgerichtig als „Going Going Gone“ erschien.

Zwei erfolgreiche Tourneen führten zum Verlust zweier Bandmitglieder, die ihrer Familien wegen die Band aufgaben. Das Trio Erika Schröder, Henning Pettersson und Sebastian Axelsson begriff diese Rückschläge als Herausforderung und sie machten sich an die Arbeit, das zweite Album aufzunehmen, das nun mit dem Titel „UKIAH“ veröffentlicht wurde. Der Opener „Leaving“ gerät zum schleppenden Start mit simplem Banjogetucker, Henning Petterssons melancholisch vibrierender Stimme, die von Erika Schröder flankiert wird. Eine wehmütige Harp und ein Piano in Moll übernehmen schließlich das karge musikalische Spiel. Ehe man sich versieht, startet auch schon „Fall“ mit erhabenen Takten, unterbrochen von den wehmütigen Harmonie-Stimmen, die zumindest eine atmosphärische Verwandtschaft mit Neil Young nicht leugnen können.

Weitere Verwandte sind sicherlich Jason Molina (Songs: Ohia, Magnolia Electric Co.), Bonnie Prince Billy zu Palace Brothers Zeiten sowie die Label-Kollegen und Landsleute von Grant Creon. Wiederholt werden die Rhythmen verschleppt, da schimmern auch einige Slowcore-Einflüsse durch. Die aufbäumende Erhabenheit der Klänge, die immer wieder in Melancholie und Schwermut überführt werden. Auf die Tube drücken sie beim Titel „Cold“, der aus dem Rahmen fällt und ein wenig die vorher aufgebaute Stimmung zerstört. Da keimt der Verdacht auf, dass der Abwechslung wegen das Gesamtkonzept aufgegeben wurde. Das im mittleren Tempo angesiedelte „Pass“ funktioniert da schon besser. Letztlich mag es den überaus positiven Gesamteindruck kaum trüben, denn die Americana infizierte Schwedenmelancholie wird den Anhängern der genannten Referenzinterpreten überwiegend gerecht.

Anspieltipps:

  • Leaving
  • Fall
  • If You Want Me To Go
  • Times Are Passing By

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