Allah-Las - Allah-Las - Cover
Große Ansicht

Allah-Las Allah-Las


  • Label: Innovative Leisure/ALIVE
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Gleichförmige Tagträume in L.A.: Sixties-Sound zum sanften Abheben und Wellensurfen.

Auch in Zeiten von Streams, Downloads, Clouds etc. erfüllen die guten alten Plattenläden nicht nur ihren Zweck, sondern sind Orte der Kommunikation, des Austauschs und manchmal auch einer Bandgründung. So geschehen im größten Plattenladen von Los Angeles, wo die Allah-Las zueinander fanden. Sie übten nicht etwa in einer Garage – nein, es war ein Keller zwischen Meer und Bergen, der als Proberaum diente. Ende 2008 begannen sie mit Liveauftritten, die erste Single („Long Journey“) jedoch wurde erst 2011 veröffentlicht. Nun liegt das selbstbetitelte Debüt der Allah-Las vor, das auf dem Label Innovative Leisure – der Heimat des wunderbaren Nick Waterhouse – erscheint.

Der Beat, die elektrischen Gitarren und das Tamburin sind bereits beim Opener „Cataraman“ bestimmend und sind die typischen Merkmale ihres Sixties-Sounds. Hinzu kommt die Stimme von Gitarrist und Sänger Miles Michaud, der seinen herrlich nölenden Twangstil ohne Manierismen in die Welt hinausruft. Immer wieder unterstützt von seinen Kollegen, die mit Sixties-typischen „Ahhhs“ für superbe Gesangsharmonien sorgen, bspw. in „Busman’s Holiday“.

Auch die Stromgitarren bevorzugen den reduzierten, simplen Stil. Dabei wird das Atmosphärische betont. Sie bringen die Saiten zum Jingle-Jangle oder psychedelisieren auf die leicht schwebende Art. Der kalifornische Lebensstil schimmert immer durch und vermittelt eine seltsam entspannte, manchmal gar mysteriöse Art. Hierzu passt das Coverartwork (das Mädchen mit der Muschel am Ohr) wie die Faust aufs Auge, wobei hier alles andere als Fäuste fliegen. Vielmehr vermitteln die Songs ein sanftes Abheben, bei dem sowohl die Sonne als auch der Smog L.A.‘s wahrgenommen werden. Und auf den Instrumentals nehmen sie uns mit hinaus aufs Meer, um mit uns auf sanften Wellen zu surfen.

Über die Albumlänge tritt jedoch eine gewisse Gleichförmigkeit auf - der einzige Vorwurf, der den Allah-Las gemacht werden kann. Diesem jedoch müssen sich auch andere und bekanntere Vertreter des Sixties-Sounds stellen. Außerdem bleiben die Songs überwiegend in einem zwar angenehmen mittleren Tagtraum-Tempo, werden aber hierdurch unter Wert verkauft. Unterm Strich bleibt ein rundes, gelungenes und stilechtes Album, das jedem Anhänger des Genres empfohlen sei. Denn wer will schon auf gleichförmige Tagträume in L.A. verzichten.

Anspieltipps:

  • Cataraman
  • Busman’s Holiday
  • Tell Me (What’s On Your Mind)
  • Long Journey
Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „Allah-Las“
comments powered by Disqus