Alex Dimou - Halemweg - Cover
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Alex Dimou Halemweg


  • Label: Klik/Rough Trade
  • Laufzeit: 75 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch die 08/15-Formel muss man erst einmal gut beherrschen.

Als Alex Dimou im Jahr 2007 mit 18 Jahren seinen ersten Track veröffentlichte, war er noch kein Produzent. Der damalige Jung-DJ überzeugte in seinem zarten Alter mit einer breiten Vielfalt in Sachen House und lieferte dafür erstaunlich reife Arrangements. Streicht man sein Alter, sind seine Erstwerke aus heutiger Sicht gute Mittelklasse, die anstatt eines großen Feuerwerks Kontinuität verspricht. Das ist natürlich nicht die spannendste Prämisse für ein Album Nummer zwei des heute 24jährigen Alex Dimou.

Berlin lautet die Inspirationsquelle des Zweitwerks. Deswegen sei der Sound auch düsterer. Nun, wie man es auch dreht und wendet: all diese Ausdrücke versuchen Dimous Werk irgendwie interessanter zu machen, als es eigentlich ist. Diese Aussage muss nicht unbedingt abwertend verstanden werden. Vielmehr ist Alex Dimous neue Scheibe der Stereotyp dessen, was man unter moderner Housemusik versteht. Besonders auf das Wort modern ist hierbei zu achten, denn wenngleich die Musik nicht durch großartige Eigenheiten auffällt, schafft es Dimou stets, den Zeitgeist zu treffen. Keine der 75 Minuten klingt altbacken oder nach forscher Avantgarde.

So arm an Höhepunkten die neue LP ist, so zielsicher setzt sie jene Tugenden um, die Dimou auch in der schnelllebigen Welt der elektronischen Szene bis heute aktuell machen. So ist die Musik des Griechen selbst nichts Besonderes, sondern viel mehr handwerklich überzeugendes Mittelmaß. Dank der Aktualität des Sounds und der genannten Handwerkskunst, ohne die Kunst zu sehr fordern und fördern zu können, ist „Halemweg“ ein schmerzfreier House-Trip, der den Durchschnitt so gut repräsentiert, dass man fast kein Verlangen nach außergewöhnlichen Künstlern verspürt. Fast.

Anspieltipps:

  • Careless
  • Lack Of Control
  • Eat Fraizy

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