Tuó - Tales Of Life - Cover
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Tuó Tales Of Life


  • Label: Flowerstreet Records/ALIVE
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Hübsche Folk-Pop Herbstmelancholie.

Der Gegensatz zu verliebter Frühjahrsmusik muss – wenn man Kalendersymmetrie nutzen möchte – im Herbst liegen. Anfang Dezember darf zwar nur noch bedingt als Spätherbstrelease gesehen werden, aber besser spät als nie. So werden Tuó in all dem Weihnachtstrubel eine der qualitativ hochwertigeren Inseln für Melancholiker, die das Fest der Liebe nicht so feiern können/wollen, wie es die (offiziell) friedliche Grundstimmung will. „Tales Of Life“ ist dem Cover entsprechend eine einsame Bootsfahrt auf einem See (keinem Ozean!) von Gefühlen.

Kleine Gefühle treffen kleine Soundgerüste. Das weibliche Duo arbeitet minimalistisch mit Akustikgitarren als Protagonisten neben ihren durchdringenden Stimmen. So bleibt der Soundkosmos stets klein und bläst die ebenfalls kleinen Themen nicht unnötig auf. Sicher ist ein Gefühlsfeuerwerk à la „Mylo Xyloto“ immer wieder gern gesehen, aber wenn die Lieder durchgehend auf Titel wie „Hold Me“ und „Beautiful Love“ hören, dann ist Minimalismus im Endeffekt oft passender. So hört man hier und dort Streicher und lediglich Handtrommeln sorgen für Rhythmusgrundlagen.

Wenn all die genannten Elemente zusammentreffen, dann ergibt das wunderbare Arrangements wie den Opener und den Closer. Diese beiden Stücke sind stellvertretend für das Potenzial des Duos. Erbauliche Melodien und Hoffnung schimmern durch die Lieder und sorgen für Wärme in der Magengrube. Damit die Lieder nicht alle gleich klingen, wird aber auch und im Besonderen auf Melancholie und Balladen zurückgegriffen. Vorstehend hierfür steht das bittersüße „Beautiful Love“, welches in romantischem Selbstmitleid badet. Der gleichbleibende Gesang und die überschaubare Mischung aus erbaulich und tieftraurig zünden allerdings nach gewisser Spieldauer nicht immer.

Das Album bemüht sich zwar, mit schnellen („Paradise“) und Genre übergreifenden („Gone With The Wind“ und „Bavarian Girls“) Stücken um mehr Abwechslung, aber das Album verliert merklich an Kraft. Dabei will man schwächeren Songs nicht einmal direkt Schwäche vorwerfen. „Blackbird“ und „Nightmares“ sind einfach nur zu fernab der Qualität der genannten Glanzpunkte und Abwechslungen, als dass man über sie hinwegsehen könnte. Die gerade in der zweiten Albumhälfte fehlende Dichte an einfangenden Melodien sorgt dafür, dass man „Tales Of Life“ nicht unabdingbar weiterempfehlen möchte. Dann erklingen allerdings wieder die Akkorde des schließenden „It Ever Will Be“ und Versöhnung ist auf dem Weg.

Anspieltipps:

  • Galaxy
  • Gone With The Wind
  • It Ever Will Be

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