Cryptopsy - The Best Of Us Bleed - Cover
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Cryptopsy The Best Of Us Bleed


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 139 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Letzte Woche noch mit neuem Studioalbum, jetzt mit einem dicken Paket für den Weihnachtsmann!

Da haben die Cryptopsy-Festwochen mit dem gnadenlos-genialen Wiedergutmachungswerk „Cryptopsy“ erst vor sieben Tagen begonnen, schon gibt es mit der Best Of-Compilation „The Best Of Us Bleed“ bereits den fulminanten Nachschlag zum 20jährigen Bandjubiläum. Gemäß dem Motto „So lange es Grenzen im extremen Metal gibt, werden Cryptopsy am Start sein, um sie ausgiebig auszuloten“ (zu finden in den Liner Notes) prügelt das kanadische Todesbleigeschwader ohne Rücksicht auf Verluste fast 2 ½ Stunden lang auf das ahnungslose Indiviuum vor den Lautsprechern ein - Gefange gab es ja schließlich auf den regulären Studioalben auch nicht.

Bevor sich jetzt allerdings Greatest Hits-Verfechter bemüßigt fühlen, sofort „Ausverkauf“ zu schreien und anmerken, dass eine Band wie Cryptopsy nur auf Albumbasis funktioniert, sei diesen versichert, dass der ehemalige Brotgeber der Truppe, Century Media, es geschafft hat, einen Bogen über das gesamte Werk der Kanadier zu spannen, der keineswegs zerrissen wirkt. Dazu zählt auch die Entscheidung, das Geschehen von der Gegenwart in die Vergangenheit aufzurollen, was lediglich dazu führt, dass die Tracks immer roher werden, bis abschließend noch sieben Live-Mitschnitte und vier Probeaufnahmen einen Blick abseits der regulären Longplayer gewähren. Die Rehearsal-Beigaben erklingen zwar wie mit einer dicken Wolldecke über dem Mikrophon aufgenommen und die livehaftigen Nummern haben mit ausgedehnten Drumsolos und der allgemein dichten Spielweise der Truppe vorrangig die Aufgabe, als Anheizer für die nächste Tour zu gelten, doch da nicht nur einfach vorhandene Tracks erneut aufgegriffen werden, stellt sich auch hier ein gewisser Mehrwert im Vergleich zu anderen Best Of-Veröffentlichungen ein.

Das Kernstück der Compilation ist allerdings die als „16 Stabwounds“ getaufte, erste CD, die neben drei neuen Stücken und dem gewöhnungsbedürftigen Strapping Young Lad-Cover „Oh my fucking god“ die Zeit vom unrühmlichen „The Unspoken King“ (05/2008) bis zurück zum dritten Werk „Whisper Supremacy“ (09/1998) abdeckt. Die exklusiven Songs gestalten sich dabei vor allem nicht als reines Lockmittel, das nicht mit der Klasse der „normalen“ Stücke mithalten kann, sondern offenbaren auf den Punkt gespielten, technischen Death Metal, der einem die Birne langsam, aber sicher vom Hals schraubt („Boden“, „A graceful demise“, „Holodomor“). Die restlichen Stichwunden zeigen hingegen die Wandlungsfähigkeit der Truppe. Die Zugaben von „The Unspoken King“ mögen den Cryptopsy-Fan wohl am meisten schmerzen, jedoch muss man eingestehen, dass es selbst dort gnadenlos-groovende Brecher wie „Silence the tyrants“ gab, die jeden Wohnblock in Schutt und Asche legen konnten.

Ansonsten stehen hier kompromisslose Kinnladenspreizer wie „Carrionshine“, mit fiesem Gebell und klassischem Heavy Metal-Einlagen garnierte Tracks („Endless cemetery“, „Cold hate, warm blood“), am Free Jazz orientierte Jamsessions („We bleed“) oder unbarmherzige Prügeleinheiten („Soar and envision sore vision“, „Voice of unreason“, „Emaciate“) auf dem Plan, während die fünf Kompositionen der ersten beiden Alben „Blasphemy Made Flesh“ (11/1994) und „None So Vile“ (07/1996) auf CD 2 einen herrlichen Old School-Duft versprühen („Defenestration“, „Abigor“), deftige Schläge in der Magengrube landen („Slit your guts“) oder einfach nur mit unverständlichem Growls auf die Fresse geben („Crown of horns“). Kurzum: Ein perfektes Weihnachtsgeschenk für alle von 6-99!

Anspieltipps:

  • Abigor
  • Emaciate
  • A Graceful Demise
  • Silence The Tyrants
  • Graves Of The Fathers / Drum Solo

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