Grand Supreme Blood Court - Bow Down Before The Blood Court - Cover
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Grand Supreme Blood Court Bow Down Before The Blood Court


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Gegen diese Herrschaften wirkt Texas Chainsaw Massacre wie eine Attrakation in Disneyland!

Martin van Drunen (Asphyx, Pestilence, Hail Of Bullets) war noch nie bekannt dafür, besonders faul zu sein, doch das komplette Gerüst hinter seinem neuesten Nebenprojekt Grand Supreme Blood Court sprengt alle bisherigen Unternehmungen. Gemeinsam mit einem Großteil der Asphyx-Mannschaft entstand ein Album im Stil alter Slaughter-, Funeral Bitch-, Malhavoc- oder Necrovore-Platten, was hierzulande wohl grundsätzlich nur einem kleinen Teil der Death Metal-Gemeinde Freudentränen in die Augen treiben wird, da die Fangemeinde dieser Kapellen relativ überschaubar ausfällt. Da die Scheibe jedoch bei Century Media erscheint und immerhin eine der markantesten Stimmen im Metal hinter dem Projekt steht, dürften wahrscheinlich viele Metalheads zu einem Blindkauf animiert werden, was jedoch tunlichst vermieden werden sollte, denn „Bow Down Before The Blood Court“ ist ein kompromissloser Doom/Death-Bastard, der so „oldschoolig“ ist, dass es beinahe weh tut.

Darüber hinaus wurde der Band eine fiktive Rahmenhandlung spendiert, die nicht viel Raum zwischen Lieben oder Hassen lässt: „Jedes Bandmitglied bekleidet eine spezifische Position und Funktion (Magistrate, Judge, Prosecutor, Registrar, Executioner) in diesem fiktiven Organ (soll heißen der Band, Anm. d. Red.) und setzt gemeinsam das gnadenlose Gesetz des Grand Supreme Blood Court um. Seid euch sicher, dass die Statuten dieses Blutgerichtes das Wort „Bewährung“ nicht beinhalten!“ Es folgen die einzelnen Mitglieder der Jury:

Grand Magistrate Bagchus - Firing Squad Commander And Coffin Drummings
Grand Judge Daniels - Axe Wielding Beheader Guitar
Grand Prosecutor van Drunen - Verdicts, Sentences and Tormented Howls
Grand Registrar Zuur - Blood Runes and Flesh-saw Guitar
Grand Executioner van Eekelen – Torture Instruments and Slaying Bass

Klingt natürlich auf den ersten Blick total bescheuert und eigentlich ist es das auch, denn musikalisch ist das Ergebnis für den Hörer ohnehin am Wichtigsten und auf diese Art und Weise punktet das Grand Supreme Blood Court nur sehr zaghaft. Sicherlich verstehen die fünf Herrschaften ihr Handwerk und gegen Todesblei der alten Schule mit Doom-Anleihen ist prinzipiell nichts einzuwenden, doch wenn 80% der Kompositionen ständig dieselbe Stelle beackern und der Rhythmus bei jeder Nummer identisch ist, dann verliert man schneller die Geduld, als der Bandname ausgesprochen werden kann.

Nicht besonders förderlich für einen positiven Eindruck ist darüber hinaus die unwirtliche Produktion, die nicht weit entfernt von einem Sägewerk stattgefunden haben dürfte. Gut, das Kreissägenririffing soll ein Markenzeichen für den unvergleichlichen Sound der oben genannten Bands darstellen und die rasselnde Monotonie sinnbildlich für die Brutalität des Grand Supreme Blood Court stehen, doch wenn nur „Circle of mass torment“ mit epischen Komponenten hantiert, das überlange „...And thus the billions shall burn“ interessante Temposprünge absolviert und „Piled up for the scavengers“ denkwürdige Passagen in Form von thrashig-punkigem Unterbau anbietet, dann ist das Urteil eindeutig: Schuldig aufgrund penetranter Langeweile in Ermangelung zündender Ideen!

Anspieltipps:

  • Circus Of Mass Torment
  • Piled Up For The Scavengers
  • …And Thus The Billions Shall Burn

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