Janosch Moldau - Lovestar - Cover
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Janosch Moldau Lovestar


  • Label: Motor/Rough Trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Authentisch und voller Sehnsucht: Janosch Moldau macht weiter, wo schon die Vorgänger beeindruckten.

Vier Jahre nach „Motel Songs“ und erneut berührendem Dunkel-Pop synthetisch pulsierender Prägung meldet sich Janosch Moldau in Form von „Lovestar“ zurück. Mit den Vorab-Singles „In Another World“ sowie „Second Best“ und dem renommierten Label Motor im Rücken ist auch die lange, mitunter zähe Phase bis zur Veröffentlichung dieses dritten Longplayers vergessen und die Hörerschaft sieht weiter verfeinertem Electro-Pop entgegen. Dazu kommt die Janosch angestammte, so ureigene Form der textlichen Aufarbeitung von Schmerz und gleichzeitig die Befreiung aus diesem.

Die Liebe zum (christlichen) Glauben ist omnipräsent, doch sie ist von Enttäuschung geprägt. Von einer Bitterkeit, die der Singer/Songwriter am eigenen Leib in der Sekte des Boston Movement erlebte. Eine vermeintliche Liebe, aus der so viel Grausames entsteht. Auch wenn „Lovestar“ kein Konzeptalbum ist, dieser thematische Komplex ist ohnehin schier unerschöpflich und erneut so nahbar lyrisch formuliert.

Im eingängigen Opener und Titeltrack noch simpel und wirkungsvoll der elektronischen Popmusik huldigend, geht das folgende „My Love“ tiefer, erhöht die Dringlichkeit durch flächige wie markant industrielle Sounds und lässt in der schleppend vereinnahmenden Atmosphäre viel Raum für eigene Traumreisen. In „Second Best“ pumpt schließlich der Bass gehörig aus den Boxen und setzt dank der raumfüllenden Synthesizer-Fanfaren zu einem eindeutigen Hit an. Das ist die eine und unter anderem in „Enough“ und „The Final Show“ (inkl. großartiger Piano-Tupfer) bestens geformte Seite der Platte, die aber in ruhigeren Momente noch eine Schippe drauflegt.

„The Lover´s Song“ erzählt davon in seelenvoller Melancholie, die einem die Möglichkeit offeriert, für drei Minuten und dreißig Sekunden aus der Welt auszusteigen und Janoschs ergreifend ehrlichen Texten zu lauschen. Sehnsüchtig intoniert greifen nicht nur die Vocals, auch die Pianosounds geben sich dieser biographischen Offenbarung hin. Auf diese Weise präsentiert sich „Lovestar“ als präzises Album zwischen eingängigem Pop, gefühlvollem Gesang, aufrüttelnden Industrial-Zutaten und einer faszinierenden Persönlichkeit. Auf dass die Fan-Gemeinde noch Zuwachs bekommt, zum Beispiel auf der VÖ-nahen Tour mit 18 Summers.

Anspieltipps:

  • My Love
  • Second Best
  • The Lover´s Song
  • Open Wounds

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