Soundgarden - King Animal - Cover
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Soundgarden King Animal


  • Label: A&M/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Obwohl weitgehend innovationsfrei, oder gerade deswegen, überzeugt das Seattler Urgestein mit einem starken Comeback.

Aufgrund der Reunion-Flut mit ernüchternden Ergebnissen der letzten Zeit, hat man nicht wirklich damit gerechnet, aber Soundgardens Comeback-Album ist eine schön-dreckige, rockig-groovende Überraschung geworden.

Garbage waren vielleicht das jüngste Beispiel einer Band, die in den Neunziger Jahren mal etwas bedeutete und sich indiskutabel machte mit aufgegossenen Songposen vergangener Coolness, die 2012 nur noch peinlich sind. Umso erstaunlicher, dass die Urväter des Seattle-Grunge zu überzeugen wissen, ohne nennenswerte Innovationen im Repertoire vorzuführen. Okay, hier und da ein elektronischer Beat („Rowing“) oder eine moderne Produktionsidee, aber im Grunde knüpft „King Animal“ nahtlos an die besten Soundgarden-Zeiten von Badmotorfinger und „Superunknown“ an.

Nicht ganz: Den Charme dieses Comebacks, das gewinnbringende an „King Animal“, obwohl nichts Neues im Soundgarden-Kosmos erklingt, liegt in der veteranen Souveränität. Der Bass von Ben Shepherd groovt erhaben und dominant warmblütig durch Riff-Rock-lastige Abenteuer, die der Gitarren-Altmeister Kim Thayil zielsicher vergoldet, während Matt Cameron mit all seiner Erfahrung (ob als zeitweiliger Drummer der Smashing Pumpkins, Queens Of The Stone Age oder als leidenschaftlicher Jazz-Experimentierer) den richtigen Rhythmus an der richtigen Stelle zu setzen weiß.

Und dass Chris Cornells Stimme eh für diesen dreckigen Rock-Sound gemacht ist und weniger für auf die Charts schielende R'n'B-Versuche mit Timbaland („Scream“), wussten wir ohnehin. Seine Zeit mit Audioslave war da nur souveräne Bestätigung. So ertappt man sich gern beim genussvollen Zuhören, ob „Eyelids Mouth“, „Blood On The Valley Floor“, „By Crooked Steps” oder „Black Saturday”, und hört einer ewig alten Band zu, die nicht nur nichts verlernt hat und die beruhigenderweise scheinbar nicht des schnellen Geldes wegen zurückgekommen ist, sondern deren musikalischer Erfahrungsschatz zu einem hübschen Rock-Genuss verschmilzt.

Anspieltipps:

  • Eyelids Mouth
  • By Crooked Steps
  • Black Saturday
  • Blood On The Valley Floor

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