Lukas Graham - Lukas Graham - Cover
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Lukas Graham Lukas Graham


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Kein Rock, sondern Pop, Funk, Soul, R&B und HipHop aus Dänemark. Leider nur halb so sensationell, wie sich diese Mischung auf dem Papier liest.

Mit Lukas Graham (benannt nach ihrem Frontmann Lukas Graham Forchhammer) kommt in diesen Tagen eine vierköpfige Band aus Kopenhagen, Dänemark, mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum auf den deutschen Markt, das in der Heimat des Quartetts bereits für mächtig Furore gesorgt hat. Lukas Graham sind aus einem heutzutage so typischen YouTube-Hype hervorgegangen, wurden daraufhin vom Fleck weg vom Major Copenhagen Records/Universal Music unter Vertrag genommen und sind jetzt, nach fünf Platin-Auszeichnungen für das Album und den ersten drei Singleauskopplungen in ihrer dänischen Heimat, reif für den internationalen Markt.

Wer Lukas Graham wie die meisten in unseren Breitengraden bekannten dänischen Bands in die Rockmusikecke steckt, macht gleich zu Beginn einen Fehler. Die Jungs machen nämlich alles, nur keine Rockmusik! Ihr Debütalbum stellt vielmehr eine Mischung aus Pop, Funk, Soul, R&B und HipHop dar und lässt sich stilistisch irgendwo zwischen John Legend, Maroon 5 und Jamiroquai einsortieren. Dabei fällt vor allem Sänger Lukas Graham Forchhammer als leidenschaftlicher Crooner aus dem Rahmen, der zwar keine besonders gehaltvollen Texte zum Besten gibt, aber schon nach wenigen Songs als ein Sänger mit hohem Wiedererkennungswert ausgemacht werden kann.

Insgesamt mögen Lukas Graham trotz ihrer Vergangenheit in der Koppenhagener Hippie-Enklave Christiania nicht unbedingt die Street Credibility mitbringen, die sie sich selbst zuschreiben, doch reduziert man die Songs ihres Debüts ohne böswillig zu sein auf die Koordinate „radiotauglicher Mainstream-Pop“, liegt man sicher richtig, ohne der Band unrecht zu tun. Die sensationellen Verkaufszahlen in Dänemark lassen sich aber selbst dadurch nicht nachvollziehen.

Unterm Strich liefern Lukas Graham handgemachte Popmusik ab, die in der ziemlich dick auftragenden Produktion leider etwas untergeht. Nichtsdestotrotz sind die diversen Stil-Einflüsse interessante Elemente, mit denen sich die vier dänischen Jungs etwas von der gesichtslosen Masse abheben können, ohne den ganz großen Wurf zu landen, der sich aufgrund der kommerziellen Vorboten aus dem Norden Europas angedeutet hatte.

Anspieltipps:

  • Nice guy
  • Criminal mind
  • Never let me down
  • Drunk in the morning
  • Don’t hurt me this way

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