Bernhard Eder - Post Breakup Coffee - Cover
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Bernhard Eder Post Breakup Coffee


  • Label: Solaris Empire/Broken Silence
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Österreich darf sich auch weiterhin mit dem wahrscheinlich vielschichtigsten Singer/Songwriter im deutschsprachigen Raum rühmen.

Nach knapp zwei Jahren meldet sich der Österreicher Bernhard Eder mit einem erneut englischsprachigen Album zurück. Für sein oft minimalistisch stimmungsvolles Spiel beneiden ihn nicht nur die deutschsprachigen Nachbarn des Alpenlandes. Bernhard Eder ist spätestens seit seinem „Tales Of The East Side“ mehr als nur ein Geheimtipp. Er ist ein Songwriter, der viel Gefühl mit genug Experimenten und Abwechslung verbindet. Auf „Post Breakup Coffee“ soll allerdings eine Entwicklung genommen werden, die sich auf den ersten Blick in der geringen Anzahl von Tracks widerspiegelt.

„Take your time, find a way“ singt er in „Snow Fields“ und beschreibt damit die Maxime des Albums. Die meist gut fünf Minuten langen Stücke nehmen sich ihre Zeit, um Stimmungen vollends entfalten zu können. Dies geschieht allerdings nicht über Steigerungen und dergleichen, sondern durch die Einprägung des Leitmotivs durch Wiederholung. Dieser Ansatz wird nicht wenige Hörer verschrecken, da „Post Breakup Coffee“ so selbst für Eders Verhältnisse ungewöhnlich ruhig klingt.

Die Klasse kann man Eder weiterhin nicht absprechen. Auch mit dem verstärkten Einsatz von hohem Gesang gibt der Österreicher eine gute Figur ab und sorgt in den meisten Nummern für einige Gänsehautmomente. Insgesamt schaffen es die durchgängig gefälligen Songs allerdings zu wenig, sich in den Vordergrund zu spielen. Ein „Snow Fields“ plätschert irgendwann vor sich hin, wie gut die Hälfte der Lieder. Zwar plätschern die Lieder auf hohem Niveau, doch plätschern tun sie ohne Frage. Wenn Eder sich den Mut zur Größe und zur Kürze nimmt („Ode To My Friends“ und „Paralysed“), schaffen es die Lieder, die Gehörgänge direkt zu fluten und einzunehmen.

Es fällt - glücklicherweise - auch diesmal sehr schwer, Schwächen an Bernhard Eder auszumachen. Allerdings ist der Hang zur Überlänge ein klarer Kritikpunkt, welcher Eders sonstiger Vielfalt einen gehörigen Abbruch tut. Spätestens beim zweiten Durchlauf, wenn sich trotzdem jeder Song voller Emotionen an den Hörer schmiegt, kann und will man aber nicht zu böse mit dem Österreicher sein und weiß, dass noch einige verregnete Spätherbsttage von Eders Musik begleitet werden.

Anspieltipps:

  • Paralysed
  • Ode To My Friends
  • Snow Fields

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