Eels - Wonderful, Glorious - Cover
Große Ansicht

Eels Wonderful, Glorious


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Mark Oliver Everett geht es wieder gut und die ganze Welt soll es wissen.

Nach Fertigstellung der Trilogie „Hombre Lobo“ (05/2009), „End Times“ (01/2010) und „Tomorrow Morning“ (08/2010), auf der Mark Oliver Everett (49) diverse Schicksalsschläge in seiner Familie auf fast schon therapeutische Weise vertonte, kehrt der kauzige Songschreiber auf „Wonderful, Glorious“ in einen - für seine Verhältnisse - normalen Gemütszustand zurück, der sich in ungewohnt zugänglichen Songstrukturen und positiven Botschaften an den Hörer auswirkt. Das bedeutet: Endlich Schluss mit weinerlichen Balladen, Endzeitstimmung und einer Hand am Abzug.

Okay, ganz kommt Herr Everett dann doch nicht ohne Balladen aus. Schließlich ist er auf diesem Feld besonders geübt und hat der Welt in den vergangenen zehn Jahren so manchen zu Tränen rührenden Song geschenkt. Doch grundsätzlich gilt: Die Eels haben wieder Lust an rumpelndem Indie-Rock gefunden. Und dazu durfte jedes Bandmitglied in Mark Everetts neuem Tonstudio „The Composound“ in Los Feliz Ideen beisteuern, die gemeinsam ausprobiert wurden. Es gab kein fixes Konzept und keinen Kostendruck. Wie schön doch der Luxus eines eigenen Studios sein kann.

„Wonderful, Glorious“ ist auf der einen Seite das abwechslungsreichste Eels-Album seit Jahren und auf der anderen Seite ein ganz typisches Eels-Werk mit allen musikalischen Markenzeichen, ohne die eine Eels-Platte nicht auskommt. Mark Everett erzählt seine gewohnt verschrobenen Geschichten („You’re my friend“) und fasst diese in düsteren Elektro-Rock-Kaskaden im Western-Touch („Bombs away“), mitreißenden Minimal-Grooves und überschwänglicher Verspieltheit („Kindy fuzzy“, „Wonderful, glorious“), Blues- („Peach blossom“) und Funkrock („New alphabet“) sowie knurrigen Balladen („Accident prone“, „The turnaround“) ein.

Mit ihrem zehnten Studioalbum legen die Eels eine fast vergessene Lockerheit an den Tag, die das Ende von Mark Oliver Everetts Tour der Leiden darstellen könnte. Doch so ganz mag der Hörer dem Braten nicht trauen, denn Traurigkeit in Worte und Melodien zu fassen, die auf andere Menschen eine magische Wirkung haben, zählt zu den Stärken des 49-Jährigen, sodass man fast gewillt ist zu glauben, dass der Amerikaner gar nicht anders kann, als das Unglück anzuziehen, nur um daraus seine beeindruckende Kunst zu schaffen.

Anspieltipps:

  • Kinda fuzzy
  • True original
  • New alphabet
  • Accident prone
  • Wonderful, glorious

Neue Kritiken im Genre „Indie-Rock“
6.5/10

Wir Sind Für Dich Da
  • 2019    
7/10

Ciao!
  • 2019    
Diskutiere über „Eels“
comments powered by Disqus