Tammy Ingram - Love War - Cover
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Tammy Ingram Love War


  • Label: Solaris Empire/Broken Silence
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn guter Musik das nötige Etwas fehlt.

Oft meint man, dass man einen Musiker schon gehört hat. Dies kann im positiven Sinne wie bei Mika bedeuten, dass man sich an Größen des Genres erinnert fühlt. Andernfalls kann man damit auch meinen, dass Stimme und Musik allzu bekannt und im Genre austauschbar unter vielen Interpreten scheinen. Tammy Ingram muss sich leider zu letzterer Sorte bekennen, ohne dabei allzu schlecht abzuschneiden. Denn bevor falsche Schlüsse aufkommen, muss klar sein, dass „Love War“ ein intimes, hübsches Stück Singer/Songwriter-Musik geworden ist. Der einzige Vorwurf an das niedliche Stück Musik muss sein, dass es außer Tammy Ingram noch viele andere so hätten singen können.

Ingram macht sich nichts aus Spannungskurven, sondern erzählt eine ruhige Geschichte nach der anderen. Der Hinweis darauf, dass „Martin Place“ die Vorab-Single ist, ist durchaus notwendig. Schließlich erzählt der Track ebenfalls langsam und bedächtig seine Geschichte, anstatt auf musikalischer Ebene in die Vollen zu gehen oder – Gott behüte – auf Ohrwürmer zu setzen. Gefühlvolle Balladen sind nicht nur Kern der Arrangements, sondern auch das Endergebnis selbst. Zwar lässt sich die Australierin nicht die Chance nehmen, mit ein paar Jazz-Elementen zu spielen, doch der Grundton des Albums bleibt emotional zurückhaltend.

Bei einer Länge von 36 Minuten ist diese recht einseitige aber gelungene Umsetzung der eigenen Ideen absolut vertretbar. Abgesehen von der Instrumental-Jazznummer „Skipping Through Tour Eiffel“ entsteht ein homogenes Bild, welches es lediglich verpasst, die Hörer mit einer echten Besonderheit zu locken. Ist man in der Stimmung nach sehr sachter Singer/Songwriter-Musik, dann drängt sich eine Tammy Ingram auf. Sobald die Stimmung aber nicht direkt zu Gunsten Ingrams ausschlägt, weiß man schnell nur wenig mit der zurückhaltenden Art der Australierin anzufangen. Dafür weiß sie noch zu selten mit ihren Stücken selbst, als nur mit der Gesamtstimmung zu locken.

Anspieltipps:

  • Jealousy
  • Ask Not For Whom My Bell Tolls
  • Soft As A Whisper

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