Kid Rock - Rebel Soul - Cover
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Kid Rock Rebel Soul


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 66 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Kid Rock ist endgültig im Southern-Rock angekommen und präsentiert sich so authentisch wie nie zuvor als Redneck.

Ziemlich genau zwei Jahre nach dem von Studio-Methusalem Rick Rubin (49) produzierten, nur mittelprächtigen „Born Free“-Album (11/2010), meldet sich Robert James Ritchie alias Kid Rock im Verbund mit seiner Twisted Brown Trucker Band auf dem Album „Rebel Soul“ zurück. Diesmal hat Kid Rock die Produktion selbst übernommen, wobei er sich ab und zu von Herrn Rubin über die Schulter schauen ließ. Mehr schien auch nicht notwendig zu sein, denn musikalisch bleibt sich der 41-Jährige auf „Rebel Soul“ treu und setzt seinen munteren MOR-Stilmix aus Classic-, Southern- und Country-Rock fort.

Nachdem sich Kid Rock in seiner neuen Rolle als Rock’n’Roll-Cowboy von Anfang an unheimlich zu gefallen schien, brauchte das Publikum etwas länger, um den neuen Weg ohne Metal-Gitarren, HipHop-Beats und Rap-Gesang zu akzeptieren. Und hätte es den Singlehit „All summer long“ vom „Rock N Roll Jesus“-Album (10/2007) nicht gegeben, würde vielleicht noch immer das Verständnis für den musikalischen Wandel des einst als Rüpel verschrienen Detroiters fehlen. Inzwischen weiß der geneigte Hörer allerdings was er bekommt, wenn er sich mit Kid-Rock-Alben befasst, die allein schon durch ihre Titel wie „Born Free“ oder auch „Rebel Soul“ aus dem Fundus von Lynyrd Skynyrd stammen könnten.

Die Fans von Mr. Rocks früherer Musik müssen nun also damit leben, dass sich ihr Kid die Hörner abgestoßen hat und inzwischen Alben mit maximalem Rundschliff für den US-amerikanischen Mainstreammarkt abliefert und dies mit „Rebel Soul“ annähernd perfektioniert. Denn wo „Born Free“ noch arg bemüht klang und sich „Rock N Roll Jesus“ nicht richtig für eine Richtung entscheiden konnte, ist „Rebel Soul“ ein bis zur letzten Konsequenz ausgearbeitetes Southern-Rock-Werk, das von der rührseligen Ballade („Cocaine and gin“) über den feucht-fröhlichen Trinksong („3 catt boogie“) und den kernigen Rocker („Let’s ride“) bis hin zum grenzenlos netten Schunkellied („Midnight ferry“) alles beinhaltet, was in diesem Genre an der Tagesordnung ist. Und wenn man ehrlich ist, muss man eingestehen, dass Kid Rock in seinem neuen Stil mittlerweile richtig gut aufgeht und authentisch wirkt.

Da ist es auch nicht schlimm, dass der einzige Link in Richtung der frühen Kid-Rock-Alben lediglich in dem Stück „Cucci galore“ besteht, das mit einer HipHop- und Funk-Mischung sowie etwas schärferen Gitarrenriffs aus dem Rahmen fällt. Denn wer sich auf „Rebel Soul“ bis dahin vorgearbeitet hat, hat den „neuen“ Kid Rock im Prinzip akzeptiert und Frieden mit der Vergangenheit geschlossen.

Anspieltipps:

  • Celebrate
  • Let’s ride
  • Rebel soul
  • Cucci galore
  • Mr. Rock’n‘Roll
  • Detroit, Michigan

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