Paul Kalkbrenner - Guten Tag - Cover
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Paul Kalkbrenner Guten Tag


  • Label: PK Musik/Rough Trade
  • Laufzeit: 58 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein handwerklich wie gewohnt einwandfreies Album ohne Überraschungen.

Berlins Techno-Superstar und sein neues Album - was mag man da überhaupt noch erwarten? Paul Kalkbrenner hat einen Stil als den ehemals heißen Scheiß etabliert, für den sein Name zumindest in Deutschland wie kein anderer steht. Stücke wie die wehmütige Vorab-Single „Das Gezabel“, ein erstklassiger Track in bester „Berlin Calling“-Tradition, sind nach wie vor ein toller Spaß; aufgrund viel zu vieler recycelter Ideen früherer Platten ist „Guten Tag“ bedauerlicherweise aber oft auch schlichtweg langweilig.

Qualitativ sind Kalkbrenners Tracks natürlich generell über jeden Zweifel erhaben. Alleine „Hinrich Zur See“, ein astreiner Produzent verschwitztesten Fratzengulaschs, demonstriert eindrucksvoll dessen unbestrittenes Talent, diesen einen Extra-Kick in seine Stücke zu zaubern. Der Sound ist warm wie eh und je und macht selbst eigentlich härtere Tracks angenehm menschlich, wie es ja bei großartigem Techno immer der Fall ist. Doch erinnert scheinbar alles derart frappierend an die beiden phänomenal erfolgreichen Vorgänger, dass man nicht drum herum kommt, Kalkbrenner fürs nächste Mal etwas Mut zum Risiko zu wünschen. Mal richtig auf die Fresse zum Beispiel, oder eine Loungeplatte.

„Guten Tag“ wird die Fans sicherlich zufrieden stellen, doch wird das ganz große Kino mittlerweile eben an anderer Ecke produziert. Erstaunlich, wie schnell sich die Welt gerade in der elektronischen Musik weiterdreht. War 2007 noch Frankreich das Ding, ist Ed Banger Records heute das Ed Hardy unter den Labels - man schaut fasziniert hin, anfassen will man aber eher nicht. Heute noch hip, morgen schon staubig. So ist das eben.

Anspieltipps:

  • Der Stabsvörnern
  • Das Gezabel
  • Hinrich Zur See

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