Bischler - Zwischendrin - Cover
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Bischler Zwischendrin


  • Label: Januar/Broken Silence
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Bischler lässt sein Potenzial als Singer/Songwriter immer wieder aufblitzen.

Seit seinem Debüt „Pause“ hat der Heidelberger Bischler gefühlt ganz Deutschland bereist. Bei all den Reisen quer durch die Republik muss Bischler nur wenig Zeit übrig gehabt haben. Aber gleichzeitig schreiben viele Bands ihre neuen Stücke auf Tournee. Mit neun neuen Stücken meldet sich der Singer/Songwriter jetzt nach über zwei Jahren zurück, was erstmal nicht nach viel klingt. Hat er jetzt schon nichts mehr zu erzählen oder sind die wenigen Perlen so wertvoll, dass es nicht um bloße Quantität geht?

Auf jeden Fall klingt „Zwischendrin“ auch nach Unterhaltung für größere Bühnen. Auch wenn Bischler akustisch bleibt, haben sein Opener „Der Berg“, sowie auch der Ausklang von „Kann Nich Schlafen“ etwas von Stimmungsmachern für Stadien. Überhaupt unternehmen auch die Refrains in gemein ruhigen Stücken (z.B. „Heimweh“) den Versuch, mit sehr viel Pop-Appeal die Hörer zu locken. Das heißt aber nicht, dass sich Bischler in irgendeiner Weise zurückhält oder Kompromisse eingeht. Stattdessen ist diese Ader ein Weg, die vielen Klänge des Albums miteinander zu verbinden. Das schwermütige „Heimweh“ und das federleichte „Hier Bei Dir“ erfahren eine Brücke durch Bischlers raue Stimme und eben die eingängigen Refrains.

Aber auch Bischler kann ganz minimalistisch, was in „Leileilei“ und „Kind In Mir“ gleich am Stück bewiesen wird. Hier erfährt das Album auch einen kleinen Dämpfer, da die Fahrt, die in „Oder Nicht?“ dezent angezogen werden soll, nicht mehr richtig zündet. Die Variation des Auftakts geht in den gar zu ruhigen Liedern verloren, sodass die zweite Hälfte ein wenig vor sich hin plätschert. Dies tut sie zwar auf gutem Niveau und schafft sogar die Hürde „Muss I Denn, Muss I Denn“ zu einer leicht weihnachtlichen Kuschelnummer zu machen, insgesamt aber wirkt das Album zum Ende hin etwas uneben. Wer über diese strukturellen Schwächen hinwegsehen kann, der wird allerdings eine der besseren, deutschen Singer/Songwriter-Erlebnisse zu Gehör bekommen.

Anspieltipps:

  • Der Berg
  • Kann Nich Schlafen
  • Muss I Denn, Muss I Denn

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