Till Brönner - Till Brönner - Cover
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Till Brönner Till Brönner


  • Label: Verve/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 68 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine gelungene Kurskorrektur, auch wenn diese konzeptionell vielleicht nur für ein Album ausgesucht wurde.

Als Deutschlands erfolgreichster Jazz-Musiker dringt Till Brönner (41) mit jeder neuen Albumveröffentlichung höher in der deutschen Album-Hitliste vor und erreicht inzwischen locker die Top 10. Mit dieser Vita avancierte Till Brönner zum Jurymitglied der ersten beiden Staffeln der TV-Castingshow „X Factor“, in der er einem popmusikorientierten Publikum mit seinem musikalischen Sachverstand die von ihm betreuten Kandidaten David Pfeffer und Edita Abdieski näherbrachte.

Zwei Jahre nach seinem letzten Werk „At The End Of The Day“ (10/2010) und mit inzwischen rund einem Dutzend zu Buche stehender Veröffentlichungen, bringt der 41jährige Startrompeter nun ein selbstbetiteltes Studioalbum auf den Markt, was in der Musikszene ein klares Zeichen für eine Neuausrichtung bzw. eine Rückbesinnung auf alte Tugenden darstellt. Für Brönner gilt sogar beides. Die Hauptsache ist allerdings, dass musikalischer Stillstand vermieden und das Publikum nicht mit althergebrachten Standards gelangweilt wird.

Auf „Till Brönner“ befinden sich in trauter Eintracht sechs Eigenkompositionen und sechs fremde Titel, die der Wahl-Berliner in klassischer Bandbesetzung eingespielt hat. Nicht nur deshalb erklingt „Till Brönner“, auf dem sich der Protagonist fast ausschließlich auf das Flügelhornspiel konzentriert hat, entspannter und weniger eitel. In einer über weite Strecken an Easy-Listening-Sounds gemahnenden Atmosphäre, übt sich Brönner in einem von Streicherarrangements unterlegten, „simpleren“ Trompeten- und Flügelhornspiel, das zwar immer noch virtuos vorgetragen wird, aber im Vergleich dennoch leichter ins Ohr geht.

„Till Brönner“ verbreitet angenehm entschleunigte 70er Jahre Lounge-Stimmung, die perfekt in den Herbst und Winter passt. Brönner nimmt sich ungewöhnlich zurück, ohne auf die eine oder andere Free-Jazz-Passage zu verzichten. Seine gelegentlichen Gesangseinlagen entfallen auf diesem Album ebenfalls, was ehrlich gesagt eine weitere gute Entscheidung war, sodass am Ende eine gelungene Kurskorrektur steht, auch wenn diese konzeptionell vielleicht nur für ein Album ausgesucht wurde.

Anspieltipps:

  • F.F.H.
  • Condor
  • Pegasus
  • Lazy afternoon
  • Once upon a summertime

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