Chickenfoot - LV - Cover
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Chickenfoot LV


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Supergroup gibt sich auf dieser Europa-exklusiven Live-Compilation gewohnt gut gelaunt.

Dass Chickenfoot mehr als nur ein Experiment ist, sollte mittlerweile absolut klar sein. Sammy Hagar (Gesang, ex-Van Halen), die Gitarrenkoryphäe Joe Satriani, Michael Anthony (Bass, ex-Van Halen) und Chad Smith (Schlagzeug, Red Hot Chili Peppers) haben anscheinend genügend Gefallen an ihrem Hühnerfuß gefunden, dass das Supergroup-Projekt zu einer eigenständigen Band gereift ist. Mittlerweile zwei Studioalben, „Chickenfoot“ und „III“, sowie die Live-Doku „Get Your Buzz On: Live“ zeugen davon, dass die vier Musiker kein Ende sehen und Bock auf ihre Zusammenarbeit haben. Als Weihnachtsgeschenk denken die Herren jetzt an ihre europäischen Fans und veröffentlichen „LV“ als exklusives Live-Album. Auch wenn „LV“ kein durchgängiges Konzert bietet, sondern eher verschiedene Aufnahmen zu einer Kompilation zusammenschustert, lohnt sich die Investition der Fans sicherlich.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass „LV“ die Band in absoluter Hochform zeigt und sich diese für einige echte Schmankerl in der Setlist entschieden hat. Während die ersten vier Songs alle von der 2012er „Different Devil“-Tour stammen, handelt es sich beim zweiten Teil von „LV“ um Raritäten und B-Seiten im Livegewand. Ein weiteres Mal wird klar, dass Chickenfoot auf der Bühne weitaus mehr überzeugen können als im Studio. Satriani stiehlt wie so oft den anderen Musikern gezielt die Show und kann es einfach nicht lassen, sein übermenschliches Können zu demonstrieren. Glücklicherweise hält er sich aber dann und wann etwas zurück, was der Eingängigkeit klar zu Gute kommt und die Band als Einheit präsentiert. Es scheint, als seien seine ekstatischen Gitarrenkunststücke sogar konkret eingeplant. So wirkt es ein wenig unglaubwürdig, wenn Hagar am Anfang von „Oh Yeah“ eine Jamsession ankündigt und Satriani scheinbar nur auf seinen vermeintlich improvisierten Einsatz einige Minuten später wartet. Ebenso wirkt sein wahnsinniger Shred gegen Ende von „Down The Drain“ ein wenig eingeplant. Bevor er als absoluter Star Chickenfoots völlig außer Kontrolle gerät, wird Satriani so aber gezügelt.

Letztendlich spiegelt „LV“ das Schaffen der Supergroup wider und die spielt nun mal Hardrock und keinen Shred oder Gitarrenrock. Somit bekommt der Hörer einen wirklich gut gewählten Mix aus harmonischer Zusammenarbeit einer Band und der Könnens-Demonstration der Individualisten Satriani und Anthony. Das Hardrock-Schema wird so deutlich aufgelockert, während die Shred-Ausflüge immer genau dann eingedämmt werden, wenn es nötig ist – eigentlich ideal!

Echte Fans von Chickenfoot machen deshalb nichts falsch, wenn sie sich „LV“ zulegen. Die Scheibe ist tatsächlich limitiert und nur so lange erhältlich, wie der Vorrat reicht. Da man sich aber für einen absolut fairen Preis entschieden hat, sollten auch Hörer mit einem schmalen Geldbeutel gut bedient werden. Wer bisher noch keine wirkliche Erfahrung mit der Band gemacht hat, hört sich eventuell lieber ein Studioalbum an oder greift im intelligentesten Fall direkt zu „Get Your Buzz On: Live“, welche das Chickenfoot'sche Live-Erlebnis noch ein wenig besser rüberbringt als „LV“.

Anspieltipps:

  • Lighten Up
  • Last Temptation
  • Oh Yeah
  • Down The Drain
  • Turnin' Left

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