Der Rest - Willkommen Im Cafe Elend - Cover
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Der Rest Willkommen Im Cafe Elend


  • Label: Rent A Record Company
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf lange Sicht kann der Ansatz von Der Rest nicht zünden.

Der Rest ist in allen seinen Grundzügen hochinteressant. Düster und mit durchaus überlegten Texten gespickt, kann sich die Rockband vom Einerlei des Marktes absetzen. Diesen Beweis sind sie seit ihrem Debüt „Der Tisch Ist Gedeckt“ aus dem vergangenen Jahr auch gar nicht mehr schuldig. Wem Der Rest allerdings noch nicht bekannt ist, der muss sich auf einen spaltenden Stil einstellen. A-rhythmische Wort-Einsätze und nur selten aufkeimender Gesang sind die Merkmale der stimmlichen Seite der Band. Frontmann Phil Taraz denkt sich etwas bei seinem Konzept und erinnert ab und zu an die heimlichen Meister der Melancholie Joyce Hotel, doch auf lange Sicht kann der Ansatz des Rests nicht so zünden, wie man sich das wünscht.

Von den belanglos anmutenden Intermezzi „Feuerspur“ und „Sonnenstrahl“, die das Album öffnen und schließen abgesehen, versucht das Trio eine Trauerhymne nach der anderen aus dem Ärmel zu schütteln. Was ihnen dabei durchgehend gelingt, ist mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard für bedrohliche Stimmungen zu sorgen. „Situation Endstation“ und „Abendwind“ nehmen sich während der lauteren Passagen genug Freiraum, um nicht zaghaft zu wirken. Es wird gut in die Saiten gelangt und auf deftige Klänge gesetzt. Wie die dazugehörigen Texte dargeboten werden, wird entweder magnetisch wirken oder zum Stimmungstöter. So kann man niemandem Vorwürfe machen, wenn der limitiert wirkende Gesang zu „Besser Als Geplant“ oder das stolpernd stockend wirkende Sprechen in „Ausstieg“ so manchem Hörer aufgestellte Nackenhaare verschafft (im negativen Sinne).

Es gibt aber auch jene Momente auf „Willkommen Im Cafe Elend“, die jegliche Kontroverse vergessen machen können. Auf den mehr als gelungenen Titeltrack folgen mit zwei Requiems echte Hymnen, die in ihrem Stimmungsbogen ordentlich Emotion verpacken und Respekt dafür verdienen. Ein ganzes Album solcher Emotionswasserfälle wäre allerdings auch kein interessantes Album geworden. So ist die Mischung der verschiedenen Grautöne auf der neuen Scheibe durchaus gelungen, nicht aber ihre Umsetzung. Mal stolpert die Band über die textlichen Ansprüche und dann will ein radiotauglicher Refrain sich einfach nicht authentisch anhören. Mehr als bei anderen Bands sind diese Elemente jedoch arg geschmacksabhängig.

Anspieltipps:

  • Café Elend
  • Requiem 1
  • Requiem 2

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