Zucchero - La Sesión Cubana - Cover
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Zucchero La Sesión Cubana


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Italiener taucht in den Sound Lateinamerikas ein. Warum eigentlich nicht? Weil es wie die Kapelle an Bord des ZDF Traumschiffs klingt!

Mit seinem neuen Studioalbum „La Sesión Cubana“ erfüllt sich der italienische Sänger und Songschreiber Adelmo „Zucchero“ Fornaciari (57) den langgehegten Wunsch, einmal so zu klingen, als seien er und seine Songs in Lateinamerika beheimatet. Dazu hat sich Zucchero zusammen mit Produzent Don Was (The Rolling Stones, Bob Dylan, Randy Newman, Iggy Pop, Brian Wilson, Joe Cocker) in die Kubanische Hauptstadt Havanna begeben und dort mit locker einem Dutzend der wichtigsten Musiker der Karibik und Südamerikas zusammengearbeitet.

Die Grundlage des Albums bilden sieben bekannte Zucchero-Titel wie „Everybody’s got to learn sometime“, „Cubra libre“, „Un kilo“ oder auch „Baila (sexy thing)“ und sechs Neueinspielungen, darunter eine in italienischer Sprache gesungene Coverversion von „Guantanamera (Guajira)“. Sämtliche Stücke bekamen den typischen Latin-, Kuba- und Tex-Mex-Sound verpasst, der die Musik Lateinamerikas ausmacht. Dass dieser Plan letztendlich funktioniert hat, liegt nicht nur an den beteiligten südamerikanischen Musikern, die Zuccheros Ideen authentisch umgesetzt haben, sondern auch an der seit Jahren bekannten Experimentierfreude des Italieners, der seine Alben, eigentlich völlig untypisch für einen italienischen Musiker, seit jeher auf Versatzstücken aus Soul, Blues und Gospel aufbaut.

Grundsätzlich wäre es schöner gewesen, wenn Zucchero darauf verzichtet hätte, mehr als die Hälfte der Songs auf „La Sesión Cubana“ aus dem eigenen Fundus zu nehmen, auch wenn diese natürlich nicht schlecht sind. Es wäre dennoch konsequenter gewesen, wenn der Italiener und die hochkarätigen südamerikanischen Musiker zusammen neue Musik geschrieben und neben den Neuinterpretationen nicht auch noch Coverversionen wie „Ave Maria no morro” und das erwähnte „Guantanamera (Guajira)“ herangezogen hätten.

So passiert es leider, dass Zucchero völlig unnötig in seine ausgetrampelten Popgewässer abdriftet („Love is all around“), nur haarscharf am Schlagerfach vorbeischliddert („Ave Maria no morro”) oder wie die Kapelle an Bord des ZDF Traumschiffs klingt („Pana“). Und dabei ist ja noch gar nicht Weihnachten!

Anspieltipps:

  • Un kilo
  • Cuba libre
  • Cosi celeste
  • Guantanamera

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