Unheilig - Lichter Der Stadt / Live - Cover
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Unheilig Lichter Der Stadt / Live


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 173 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Rummelplatzatmosphäre im Fußballstadion mit dem Grafen („Dankeschön!“) und 35.000 Unheiligen („Bitteschön!“).

Als die Aachener Band Unheilig vor über zehn Jahren gegründet wurde, konnte sie noch problemlos in die Ecke „Elektro- bzw. Gothic-Rock mit einem guten Schuss neuer deutscher Härte“ gesteckt werden. Ein klarer Fall also für eine überschaubare Schar hartgesottener Düster-Rockfans, die sich in dunklen Clubs herumtreiben, um die Songs von Mastermind Der Graf zu feiern. Doch spätestens mit dem sechsten Unheilig-Werk „Puppenspiel“ (02/2008) hat sich das Blatt gewendet und aus dem Indie-Act ist ein kommerzieller Durchstarter geworden.

Als Unheilig im Februar 2010 mit ihrem Album „Große Freiheit“ an die Öffentlichkeit gingen und die Singleauskopplung „Geboren um zu leben“ bis auf Platz zwei der Charts vorpreschte, war aus der kleinen Gothic-Band aus Aachen ein Megaseller geworden, der die kommerzielle Konkurrenz in Deutschland mühelos in Schach hält. So gingen allein die letzten beiden Studioalben, besagtes „Große Freiheit“ sowie der Nachfolger „Lichter Der Stadt“ (03/2012), mehr als 2,5 Millionen Mal über die Ladentheken und aus Club-Tourneen wurden Stadionkonzerte, wie das am 21. Juli 2012 im Rhein Energie Stadion in Köln vor 35.000 Konzertgästen.

Der bis dato größte Unheilig-Gig wurde für die Veröffentlichung als Live-CD/DVD aufgezeichnet und nun unter dem Titel „Lichter der Stadt / Live“ vorgelegt. Und egal, für welche Version des Bild- und/oder Tonträgers man sich entscheidet (Doppel-DVD, Blu-ray, Doppel-CD, Einfach-CD oder 2CD+2DVD Luxus-Edition), bei Auftritten wie diesen zeigt sich endgültig, in welche Richtung sich Unheilig in der vergangenen Jahren entwickelt haben. Mit hoch eingängigen Popmelodien („Geboren um zu leben“), simpler Schlagerlyrik („Auf Ewig“), jeder Menge Pathos („Unsterblich“, „Ein großes Leben“) und einem letzten Rest härterer Gitarrenriffs („Feuerland“, „Herzwerk“, „Eisenmann“) wird eine sofort zündende Festzeltatmosphäre geschaffen, von der eine fast schon magnetische Massenwirkung ausgeht.

Keine Frage, wo früher ein Wolfgang „Wolle“ Petry das Hausfrauenpublikum beschallte (do you remember: „Hölle, Hölle, Hölle!“?), springen Unheilig in die Bresche und liefern schweißgetränkten Anschauungsunterricht, wie Popmusik heute funktioniert und ein Stadion voller Gleichgesinnter zum Kochen gebracht werden kann. Das Ganze passiert bei druckvollem, glasklaren Sound und gestochen scharfen Bildern, wie es sich für ein Premiumprodukt gehört. Am Ende stehen somit fast drei Stunden Unterhaltung für Unheilig-Fans auf der Uhr und ein klein wenig Verständnis dafür im Raum, warum diese Band so unfassbar erfolgreich ist. Deshalb kann man sich den Worten des Grafen anschließen, wenn er konstatiert: „Es hat so oft geholfen, wenn man zusammen weint“.

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