Destruction - Spiritual Genocide - Cover
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Destruction Spiritual Genocide


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine feste Burg ist unser Thrash – seit nunmehr 30 Jahren!

Nachdem Kreator mit ihrem „Phantom Antichrist“ bereits so manches Thrash-Metal-Herz erwärmen konnten, legen Destruction als weiterer Teil des Dreigestirns nach und zelebrieren ebenfalls klassischen, deutschen Thrash Metal. Gefehlt hätten eigentlich nur noch Sodom, aber man kann eben nicht alles haben. Also Hand auf's Herz: Das ausklingende Jahr bekommt nach etlichen Großtaten (Testaments „Dark Roots Of Earth“, Kryptos' „The Coils Of Apollyon“ und Dew-Scenteds „Icarus“, um nur einige zu nennen) noch einmal ordentlich einen in die Fresse. Auf die Kollegen Schmier (Gesang, Bass), Mike (Gitarre) und Vaaver (Schlagzeug) ist halt immer Verlass. Die spielen als Teutonen-Macht Destruction mit den bekannten und beliebten Trademarks erneut auf und feiern mit dem zwölften Studioalbum „Spiritual Genocide“ den 30. Geburtstag.

Ihre neue Langrille ist der Nachfolger zum 2011er „Day Of Reckoning“. Gerade mal ein Jahr hat es gedauert und so mancher wird denken, dass man das Bandjubiläum zwanghaft mit einem neuen Album feiern wollte/musste. Ob dies tatsächlich der Fall ist, bleibt nur zu spekulieren. Jedenfalls ist „Spiritual Genocide“ genau das, was man von den Herren aus dem badischen Weil am Rhein erwartet hat. Manche werden dem Trio Stillstand vorwerfen, andere freuen sich über die Treue zur eigenen musikalischen Identität. Haben Kreator noch munter mit der eisernen Jungfrau geflirtet, gehen die Veteranen von Destruction den einfache(re)n Weg und versprechen ein Album, welches in der alten Tradition so manchen Nacken brechen soll. Neu ist da nichts, aber in einer positiven Art und Weise zeigen sich die drei Musiker routiniert und souverän. Schmier ist noch immer der Schreihals, der lieber die Finger vom „richtigen“ Gesang („To Dust You Will Decay“, wenn auch nur in Ansätzen) lässt, während sein Bassspiel mit der Arbeit von seinen zwei Kumpanen wunderbar harmoniert, sowie druckvoll und virtuos auf den Punkt kommt.

Wenn Destruction sich nun selbst kopieren bzw. auf der Stelle treten, dann machen sie es wenigstens mit Herzblut, Spielfreude und Professionalität. Songs wie die oldschooligen „Carnivore“, „Renegades“, „Cyanide“ oder „Under Violent Sledge“ legen die Karten auf den Tisch und lassen vergessen, dass jemals eine Modernisierung des Thrash Metals stattgefunden hat. Die Fans wollen die Fresse poliert bekommen und sind bei solchen Nummern an der richtigen Adresse. Hie und da lockert ein angenehmer Groove („Legacy Of The Past”) die Knüppelorgie dann ein wenig auf. Im Großen und Ganzen hat man aber einen roten Faden, dem konsequent gefolgt wird. Andere Bands jonglieren fröhlich mit Experimenten, Destruction tun dagegen gottlob was sie am besten können und sind sich ihrer Stärken wohl bewusst.

Wieso sollte die Band denn auch unbedingt ihr Erfolgsrezept verändern? Dem Gespür, wie ein Album des Genres zu klingen hat, muss man darum so oder so Tribut zollen – Destruction haben drei volle Dekaden Zeit gehabt und bleiben in ihrem Handeln absolut stilsicher. Im Vergleich zu den zahlreichen Genrekollegen, die 2012 ihre neuen Outputs auf den Markt geworfen haben, kommt der Dreier allerdings etwas zahm (wenn der Ausdruck erlaubt ist) daher und bleiben leicht im Mittelfeld zurück. Es liegt nicht daran, dass Schmier und seine Jungs wie andere Bands etwas neues probieren oder gar den Sound neu erfinden sollen. Vielmehr haben wir von Destruction schon bedeutend besseres gehört. „Spiritual Genocide“ ist somit kein Meisterwerk der Gruppe, aber in dem, was es sein will oder soll, dennoch empfehlenswert. Fans bekommen, was sie wollen und werden zufrieden sein: Härte, Speed, Technik, Eingängigkeit, alles ist da! Und das auf einem gewohnt hohen Niveau. Wer also auf guten, alten Thrash Metal aus der Heimat steht, muss „Spiritual Genocide“ auf jeden Fall ein Ohr leihen!

Anspieltipps:

  • Renegades
  • Legacy Of The Past
  • Carnivore
  • Under Violent Sledge

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