Katie Melua - Secret Symphony (Special Bonus Edition) - Cover
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Katie Melua Secret Symphony (Special Bonus Edition)


  • Label: Dramatico/Rough Trade
  • Laufzeit: 130 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine deutlich aufgewertete neue Version des aktuellen Studioalbums.

Das mit nur 38 Minuten Spielzeit in der Tat etwas kurz geratene aktuelle Studioalbum „Secret Symphony“ (03/2012) von Katie Melua erhält sieben Monate nach der ursprünglichen Veröffentlichung eine ordentliche Portion Bonus Material spendiert. Das wird die Erstkäufer wie immer nicht sehr erfreuen. Man kann es aber auch positiv sehen: Durch einen erneuten Kauf hilft der geneigte Hörer der Künstlerin in Sachen Hitparadenplatzierung nachträglich auf die Sprünge und bekommt zum Dank, wie im Fall von „Secret Symphony“ in der „Special Bonus Edition“, vier zusätzliche Studiosongs (genannt „Secret Sessions“) sowie ein komplettes Live-Album, aufgenommen in Berlin, auf die Lauscher. Ansonsten gilt natürlich weiterhin, was über „Secret Symphony“ schon im März 2012 geschrieben wurde:

Die ursprüngliche Besprechung: Gerade als man der gebürtigen Georgierin Katie Melua vorwerfen wollte, dass sie mit ihrem minimalistischen Stil stagniert, brachte sie mit „The House“ ein kleines Pop-Experiment. Erfolgreich war es – auch dank der Singles als Zugpferde – aber nur wenige Hörer werden „The House“ als ihr liebstes Werk von Melua nennen. Wie also zum alten Stil zurückkehren, ohne den leichten Reinfall einzugestehen? Die Antwort der inzwischen 27jährigen Sängerin heißt „Secret Symphony“ und ist der Albumtitel, wie auch der Name des kleinen Orchesters, das Melua auf ihrem neuen Album begleitet.

Mit sieben neuen Liedern und vier Coverversionen wagt sich Melua auf neues, aber auch irgendwie bekanntes Terrain. Wie viel Selbstvertrauen sie besonders in ihre Coverversionen setzt, ist beeindruckend. So überragt der Opener „Gold In Them Hills“ von Ron Sexsmith das Original gleich bei Weitem und auch Fran Healy wird mit „Moonshine“ würdig zitiert. Mit Katies voller Stimme klingt das Ganze sogar nach einer Ode an die Königin der weiblichen Sängerinnen unserer Generation, Aimee Mann. Besonders geben die Coverversionen einen neuen musikalischen Touch, den Katie Melua mit ihren Arrangements nicht findet.

Nicht, dass „Better Than A Dream“ und die erste Single „The Bit That I Don't Get“ enttäuschen würden. Im Gegenteil werden bei ersterem Lied Herzen am laufenden Band schmelzen, was zu den letzten Ausläufern der kalten Jahreszeit noch ein wenig viel ist. Was den kritischen Hörer allerdings davon abhält, dieses Album frenetisch zu feiern, ist der einfache Fakt, dass die „The Closest Thing To Crazy“-Formel im Akkord kopiert wird. Die Lieder schwelgen alle im leichten Soundbett aus Blues, Folk und Pop, das Meluas Stimme in den Mittelpunkt stellt. So weit, so gut und es wird sich jeder freuen, der die alte Katie vermisst hat.

Wer aber auf wirklich neue Melua-Stücke gewartet hat, der wird enttäuscht. Ja, sie klingt erwachsener, aber nicht wirklich weiter als auf ihren Alben vor „The House“. Die erwachsene Herangehensweise und der vollere Klang durch das Orchester sind zwar ein willkommenes Upgrade zu den vorigen Alben, doch wenn die Coverversionen der neuen Platte die neuen Originale ausstechen, dann muss man sich eingestehen, dass es immer noch Luft nach oben gibt. Trotzdem kann man als Melua-Fan kaum etwas falsch machen mit „Secret Symphony“ und hoffen, dass die Frau aus Tiflis die Klangentwicklung voran treibt.

Anspieltipps:

  • Gold In Them Hills
  • Moonshine
  • All Over The World
  • Love Me Tender (Bonus Track)

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