Scala & Kolacny Brothers - December - Cover
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Scala & Kolacny Brothers December


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Chor. Weihnachtslieder. So gewöhnlich, wie es klingt?

Da ist er wieder. Der belgische Mädchenchor Scala & Kolacny Brothers. Auch heute erfreut man sich an den Samtstimmen aus der Werbung (mit „hungriges Herz“ von Mia). Und woran erfreut man sich dieses Mal? Weihnachten! Sehr originell! Mit dazugehörigem Schreiben Steven Kolacnys, dass man die immer gleichen Weihnachtslieder schon ziemlich nervig fände und deswegen mal etwas ganz anderes machen wollte. Da fallen die Namen Linkin Park, Smashing Pumpkins und Pearl Jam, um den Hörer erstmal zu schocken. Meine Güte! Mehr Alternative geht nicht, oder?

Zuallererst: Chormusik ist aus Sicht dieses Kritikers etwas sehr Schönes. Jede Art von Chor hat seine Vor- und Nachteile. Aber alles in allem gibt es ein klares „Daumen hoch!“ für Chormusik. Auch ohne an Engel, Himmel und den lieben Gott (welchen auch immer) zu denken, erfüllt Chormusik den Zuhörer mit einem wohligen Gefühl (wenn der Chor gut ist, versteht sich natürlich). Dass Scala & Kolacny Brothers ein gesanglich guter Chor sind, haben sie bereits bewiesen. Die kommerzielle Hinwendung der Cover-Songs kam zum richtigen Zeitpunkt. Ein tolles Einmal-Erlebnis, das seinen Zenit weit überschritten hat. Da hilft auch keine Neu-Pop-Auswahl an Weihnachtsliedern.

Was die meisten Lieder erst interessant gemacht hat, wird vom Mädchenchor leider verschenkt. Alles klingt wie aus einem Guss und ergibt ein angenehmes Hörerlebnis. Leider ohne Eigenheiten. Wo sind die Wurzeln von Pearl Jam und Konsorten? Es soll natürlich nach Chor klingen, doch genau durch diese Gleichheit entsteht das Gefühl, dass diesen etwas anderen Weihnachtsliedern ihre Eigenheiten geklaut werden. Das beginnt mit den fehlenden Kanten Pearl Jams und hört beim verpassten fortissimo in Coldplays „Christmas Lights“.

Das ist alles schön gemachte Chormusik für ein Livekonzert, das auf überregionaler Ebene stattfindet. Hört man das ganze Spektakel auf CD, wirkt alles aber gleich viel kleiner und weiß jetzt schon, dass diese CD sich als eine unter vielen im Weihnachtswust verlieren wird. Steven Kolacnys Frage, ob dieses Album ein Weihnachtsalbum sei, muss jedoch mit einem lauten JA beantwortet werden. Willkommen in der Welt der Programmmusik. Das ist gerade aus Sicht von Individualität kein Vergleich mit den Originalen, wobei besonders Sufjan Stevens in Regelmäßigkeit vormacht, wie Weihnachtsmusik interessant klingen kann.

Anspieltipps:

  • 2000 Miles
  • Wintersong

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