The Somnambulist - Sophia Verloren - Cover
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The Somnambulist Sophia Verloren


  • Label: Solaris Empire/Broken Silence
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Akustisch zentrierter Prog-Rock, der erst bei der Kür ins Stolpern kommt.

Ein Italiener vereint eine Band mit arabischen Punkrockelementen. Brauchen experimentierfreudige Prog-Fans noch mehr Entschuldigungen, um sich The Somnambulist anzuschaffen? Versatzstücke, die man sonst nur getrennt von Joycehotel, The Mars Volta und Apocalyptica erwarten würde, treffen hier auf einen Sound, der es in einem Track schafft, alle besagten Elemente miteinander verschmelzen zu lassen. „My Own Paranormal Activity“ ist verrückt genug, um Frank Zappa-Anhängern ein anerkennendes Nicken abzuverlangen. Man sollte sich also gleich die Frage stellen, ob man für diesen Wahnsinn bereit ist.

Scheppernde Xylophone und Geschrei im Hintergrund versuchen durch arabisch gehaltene Streichermelodien zu brechen, während ein bedrohlich tiefer und kratzender Gesang eine mysteriöse Spannung aufbaut. Tempoverlagerungen von treibender Rockmusik wieder hin zu mysteriös melancholischen Tönen klingen kunstvoll und passend. Es ist schwer, „My Own Paranormal Activity“ genauer zu beschreiben. „Dried Fireflies Dust“ und „Steam“ funktionieren ganz ähnlich, wenngleich weniger zwischen Stilen und Stimmungen gesprungen wird, sodass die Überleitungen weniger überraschend, dafür jedoch melodischer klingen. Bei letzterem Titel entpuppt sich der Schlussteil aber immer noch unerwartet als echter Ohrwurm mit Pop-Appeal und lalala.

Hat dieser wunderbar verrückte Mix auch Schwächen? Ja. So wird die nicht ganz saubere Aussprache des Sängers Marco Biancardi einigen sauer aufstoßen. Viel gravierender ist aber die Überlänge der weniger progressiven Stücke. Ohne „A Daisy Field“ und „Monday Morning Carnage“ ihre Daseinsberechtigung nehmen zu wollen, bieten beide Balladen nicht genug Inhalt, um den vier bzw. fünf Minuten Länge gerecht zu werden. Besser macht es da das mit Störgeräuschen arbeitende und mehr von Atmosphäre lebende „...And The Snow Still Falls“.

Es entsteht das Gefühl, dass sich Lückenfüller auf „Sophia Verloren“ geschlichen haben, die nicht recht in den Kontext passen wollen und um ihrer eigen Willen zu lang sind. Zeitweise geht es auch dem Track „Logsailor“ so, was den Hörer letztlich zu oft in der Luft hängen lässt. „Sophia Verloren“ ist trotzdem insgesamt ein gutes Album geworden, bei welchem allerdings darauf hingewiesen werden „muss“, dass die Band sich nur selbst dabei im Weg steht, ein großes Gesamtwerk zu schaffen.

Anspieltipps:

  • My Own Paranormal Activity
  • Steam
  • Dried Fireflies Dust

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