Sido - #Beste - Cover
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Sido #Beste


  • Label: Urban/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 158 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Rapper fasst seine ersten zehn Karrierejahre auf zwei CDs zusammen.

Quasi auf den allerletzten Drücker für das Weihnachtsgeschäft 2012, bedient nun auch noch Rapper Sido (32) seine Fans mit einer schmucken Best-Of-Sammlung für den Gabentisch, inklusive großformatigen Fotobuchs im Hardcover und sechs bis dato unveröffentlichten Songs. Das hört sich fair an, selbst wenn natürlich auch bei dieser Publikation einzig und allein der Kommerz im Vordergrund steht.

Die Reise beginnt im Jahr 2002, als Aggro Berlin noch zu den ersten Adressen im deutschen HipHop/Rap zählte und Rapper wie B-Tight, Fler, Bushido, Tony D., G-Hot, Kitty Kat und Sido hervorbrachte. Letzterer „glänzte“ damals mit Tracks wie „Westberlin“, „Relax“ oder „Weihnachtssong“ durch pure Provokation und lieferte für den Zensurindex der Bundesprüfstelle einen latenten Kandidaten nach dem anderen ab. Dennoch entstand aus dem rebellischen Kult im Laufe der Jahre ein kommerzielles Potenzial, mit dem zwar das überraschende Ende des Aggro Berlin Labels nicht verhindert werden konnte, aber dennoch für Jahre die deutsche Rapszene geprägt wurde.

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Inzwischen ist Sido längst im Mainstream – und beim Majorlabel Universal Music – angekommen. Er hat einen Kinofilm gedreht und eine „MTV Unplugged“-Platte auf den Markt gebracht. Damit befindet sich der 32-Jährige in einem Adelsstand, den man dem Rapper nicht zutrauen konnte, wenn man sich die frühen Stücke der chronologisch aufgebauten Best-Of-Sammlung anhört. Doch Sido hat sich musikalisch und inhaltlich kontinuierlich weiterentwickelt und Limitierungen weitgehend über Bord geworfen. Er zählt technisch zwar nicht zu den besten Rappern des Landes, doch dieses vermeintliche Manko macht er mit Charme und Witz wieder wett.

Der zweite Silberling zeigt den aktuellen Sido-Sound, der mitunter sehr deutlich im Pop zuhause ist („Carmen“, „Danke“, „Wenn das alles ist“, „Der Himmel soll warten“). Die Maske ist gefallen und der Vertriebspartner heißt Universal Music. Für die Fans der ersten Stunde kam dieser Wechsel sicher einem Kulturschock gleich, zumal Sido in seinem Song „2010“ mit der Deutsch-Rapszene abrechnet und sich als leuchtendes Beispiel herausstellt, wie man es richtig macht. Diese Meinung teilt nicht jeder Fan, der Sido vor nunmehr zehn Jahren entdeckte. Doch wer neue Tracks wie „Meine Jordans“, „Nobody“ oder auch „Bis ich nicht mehr bin“ hört, sollte die Hoffnung nicht aufgeben, dass Sido nicht vollends von seiner Spur abkommt und im Mainstream-Pop landet.

Anspieltipps:

  • Rodeo
  • Augen auf
  • Wahlkampf
  • G mein Weg
  • Get ya Paper
  • Meine Jordans
  • Mama ist stolz
  • Gib mir die Flasche
  • Hol doch die Polizei
  • Der Himmel soll warten

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