Fitzcarraldo - Fitz - Cover
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Fitzcarraldo Fitz


  • Label: BaxxBeatMusic
  • Laufzeit: 30 Minuten

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5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn die Live-Power nicht auf die Platte überschwappen will...

Schon wieder Fitzcarraldo? Gut fünf Monate nach der Oldenburg-EP ist der Post-Prog-Fünfer mit einer weiteren EP am Start, die mit 30 Minuten fast schon den Titel LP verdienen könnte. Wir lassen die Pferde allerdings im Stall und behaupten einfach, dass die zwei Werke 2012 zusammen ein Ganzes ergeben. Fitzcarraldo haben die Länge pro Song wieder angehoben, verweigern aber weiterhin ausartende Prog-Arrangements. Das Ergebnis klingt live bestimmt frivol, doch Fitz klingt nicht viel interessanter als der Albumtitel.

Natürlich hat Fitz auch Höhepunkte. Die melancholische, wenn auch in sechs Minuten sehr breit getretene Stimmung aus „All The Things“, das mit Elektronik arbeitet, ist etwas völlig Neues für die Band. Von der Stimmung her erzeugt die Band hier aber endlich Schichten, die im überraschenden Scream-Einsatz in „Together“ auf der Strecke bleibt. Auch „Mountains“ ist ein Nachweis gut produzierter Prog-Musik. Hier wird in weniger als fünf Minuten gezeigt, wofür sich andere Bands gerne doppelt so lang bitten lassen. Viel zu selten allerdings schaffen es Fitzcarraldo, sich als diese Einstiegsdroge für Prog-Rock zu empfehlen.

Oldenburg mochte man die Ungereimtheiten und Experimente noch durchgehen lassen, doch mit dem zweiten Durchschnittswerk in einem halben Jahr wird es langsam zu bunt. Oder viel mehr zu eintönig. Tracks wie „Drowning“, „How Did We Get Here“ und „Embrace“ rauschen am Hörer vorbei und können weder große Kraft entfalten, noch großartigen Ideenreichtum an den Tag legen. Die Aufnahmen wecken größtenteils keine Emotionen beim Hörer und verstricken sich selbst in wabernden Soundscapes, welche immer seltener zu wissen scheinen, was sie eigentlich transportieren sollen. Es muss endlich die Platte her, welche die unübersehbar starken Momente der Truppe zu einem Ganzen schweißt. Ansonsten haftet schon bald der zwiespältige Titel des ewigen Talents an den Aschaffenburgern.

Anspieltipps:

  • Mountains
  • All The Things

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